Intelligent Stoffströme messen

Smart meter – Der Smart-Meter-Rollout schafft die technischen Grundlagen für das Submetering. Eine Anwendergemeinschaft plant erste Pilotprojekte.

25. März 2019
Intelligent Stoffströme messen

Das gab Voltaris auf der E-world bekannt. Der Einsatz der intelligenten Messsysteme ermöglicht den Energievertrieben das Angebot lohnender Kombiprodukte aus Stromlieferung, Messdienstleistungen und Mehrwertdiensten. Dazu zählen unter anderem neue Tarifmodelle, die Visualisierung der Verbrauchsdaten oder die automatisierte Heizkostenabrechnung.

Voltaris arbeitet derzeit intensiv an Lösungen für die Mehrspartenauslesung und das Submetering, so das Unternehmen. Einer der Kooperationspartner ist Zenner.

Schlüsselrolle im Smart Metering

»Die Mehrspartenauslesung spielt aus unserer Sicht eine Schlüsselrolle im intelligenten Metering«, so Karsten Vortanz, Geschäftsführer von Voltaris. »Wir werden die Entwicklung von Mehrwertdiensten wie Mehrspartenauslesung und Submetering intensiv vorantreiben und unseren Stadtwerke-Partnern als White-Label-Produkte anbieten.«

Mit dieser intelligenten Messinfrastruktur ist es möglich, Zählerdaten von Gas-, Wasser- und Wärmezählern automatisiert zu erfassen.

Untermessungen

Das Submetering ermöglicht es, Untermessungen durchzuführen und die Zählerdaten von Wohnungsstrom- und Wohnungswasserzählern oder Heizkostenverteilern zu messen. Mit diesen erfassten Daten lassen sich dann auch wohnungsweise Energiekosten-Abrechnungen realisieren. Das Submetering steigert die Prozesseffizienz, reduziert Kosten und vermeidet Ablesefehler.

Zudem wird man unabhängig vom Zugang zur Messstelle. »Gerade für die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft sind diese Lösungen hochinteressant«, heißt es in einer Mitteilung.

Anwendergemeinschaft Messsystem

In der Anwendergemeinschaft Messsystem arbeiten mittlerweile 35 Energieversorgungsunternehmen und Netzbetreiber bei der Gestaltung des intelligenten Messstellenbetriebs zusammen. Für die Anwendergemeinschaft wird Voltaris rund 1,2 Millionen Zählpunkte im intelligenten Messstellenbetrieb betreuen. Erst wenn drei BSI-zertifizierte Smart Meter Gateways unterschiedlicher Hersteller auf dem Markt sind, beginnt gemäß Gesetz der Rollout intelligenter Messsysteme für wettbewerblichen und grundzuständigen Messstellenbetrieb. Vor Weihnachten schloss das BSI das erste Zertifizierungsverfahren für ein Smart Meter Gateway ab. Zwei weitere Verfahren sollen im Laufe dieses Jahres abgeschlossen werden.

EED-Novelle

Wer wird in Zukunft Europas Energie- und Wasser-Ressourcen zählen? Neben der Energiewirtschaft bereiten sich auch Submetering-Spezialisten auf die neue Wettbewerbssituation vor. Der Grund: Die EU-Bestimmungen der EED-Novellierung (2020 Fernablesung für alle Neubauten und bis 2027 Abschaffung manueller Ablesung) nehmen Liegenschaften in die Pflicht zur Neuorganisation. »Geht es nach der EU, so sollen in sieben Jahren im besten Falle alle Europäer in Smart Buildings wohnen und arbeiten«, so der Submetering-Spezialist Smarvis in einer Mitteilung zur E-world in Essen. Smarvis bietet nach eigenen Angaben Unternehmen der Wohnungs- und Energiewirtschaft die Möglichkeit, ihre Verbrauchsabrechnung und den Messstellenbetrieb transparent aber datensicher selbst zu führen.

Regionale Wertschöpfung

In Essen gab das Noventic-Tochterunternehmen hierzu einen umfangreichen Einblick. Dank Selbstabrechnung können wohnungswirtschaftliche Unternehmen und EVU die Servicequalität der Verbrauchskostenabrechnung steuern, heißt es. Außerdem vereinfache sich das Auftragsmanagement und man erlange die System- sowie Datenhoheit. »EVU können ihr Leistungsspektrum ausweiten und ihre Kundenbindung vertiefen, indem sie Abrechnung und Energielieferung aus einer Hand bieten«, so Smarvis. Das fördere die regionale Wertschöpfung. hd

Erschienen in Ausgabe: 02/2019
Seite: 62 bis 63