Intelligenz hoch zwei

Der Rollout intelligenter Messsysteme in Deutschland ist beschlossene Sache. Die Umsetzung verlangt von den Netzbetreibern planerisches Geschick und Weitsicht. Sei es beim Einkauf der Hardware, sei es bei Datenanalysen. Jetzt hat ein Anbieter ein integriertes Konzept vorgestellt, das von der Hardware bis zur cloudbasierten IoT-Plattform reicht.

26. Februar 2018

Speziell für den deutschen Markt hat Landis+Gyr eine integrierte Komplettlösung aus Basiszähler und moderner Messeinrichtung entwickelt, so das Unternehmen.

 

„Der FNN Basiszähler E320 bildet mit einem Gateway wie dem Landis+Gyr S560 das intelligente Messsystem für Verbraucher mit einem Jahresstromverbrauch ab 6.000 kWh“, heißt es in einer Mitteilung. Der neue E220 kann nach Unternehmensangaben zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls an ein Gateway angeschlossen werden, beispielsweise zur Fernauslesung der individuellen Verbrauchsdaten.

 

Der Zähler ermöglicht mit dem modularen Einsatz von Tarif- oder Kommunikationsmodul einen flächendeckenden Rollout mit einem schlanken Zähler-Portfolio.

 

„Durch die Flexibilität der Zähler ist die schrittweise Migration zur Umsetzung intelligenter Stromnetze möglich, für die viele unserer Kunden jetzt in den Startlöchern stehen“, sagt Thorsten Klöpper von Landis+Gyr.

 

Die Zähler E220 und E320 verfügen standardmäßig bereits über integrierte Grid-Funktionalitäten und sind zudem auch als Wechselstromzähler zugelassen.

 

„Das Smart Meter Gateway S560 hat bereits die ersten Zertifizierungsschritte beim BSI erfolgreich durchlaufen“, so Landis+Gyr. „Zusammen mit dem Basiszähler E320 wird es derzeit im Feld für den Rollout der intelligenten Messsysteme abschließend getestet.“

 

Smart Grid as a Service

 

Die Bandbreite der Managed Services für Energieversorger und Verteilnetzbetreiber reicht von der Unterstützung im Tagesgeschäft bis zur kompletten Übernahme des operativen Betriebs und kann individuell den jeweiligen Anforderungen angepasst werden, heißt es in einer Unternehmensmitteilung.

 

IoT, Interkonnektivität und Netzanalyse

 

Mit der Einführung von Gridstream Connect, einer neuen cloudbasierten IoT-Plattform biete Landis+Gyr Energieversorgern eine vollumfängliche IoT-Umgebung.

 

„Basierend auf der IPv6-Architektur erlaubt sie die Integration verschiedener Kommunikationstechnologien und neuer Applikationen – zum Beispiel für Smart Cities und Smart Homes“, so das Unternehmen.

 

Demnach ermögliche die nahtlose Vernetzung von Zählern und Sensoren ein weitgehend autonomes Interagieren intelligenter Endgeräte unterschiedlicher Hersteller und bilde die Basis für die wirtschaftliche Vermarktung von Smart-Grid-Daten.

 

Mit dem Advanced Grid Analytics-Angebot von Landis+Gyr werden nach Unternehmensangaben Asset Management und Netzbetrieb in Energieversorgungsunternehmen optimiert und die Einführung neuer Lastmanagement- und Abrechnungskonzepte realisierbar.

 

Die Potenziale der Advanced Grid Analytics für EVU-typische Prozesse im Mittel- und Niederspannungsnetz testet Landis+Gyr nach eigenen Angaben in einem Pilotprojekt in Liechtenstein.

 

Auf der E-world Anfang Februar in Essen zeigte das Unternehmen, dass man Smart Meter auch per Sprachsteuerung bedienen kann.

 

Das System bestand den Angaben zufolge aus einem handelsüblichen sprachgesteuerten Amazon Echo-Lautsprecher und einem umgerüsteten Smart Meter von Landis+Gyr.

 

„Im Internet der Dinge wachsen Sensorik, Grid-Funktionalitäten und neue Applikationen zu neuen Geschäftsmodellen zusammen“, so Thorsten Klöpper.