Irsching 4 und 5 bleiben am Netz

Die von der Stilllegung bedrohten Kraftwerksblöcke Irsching 4 und 5 werden weiterhin für sogenannte Redispatch-Maßnahmen zur Verfügung stehen. TenneT hat darüber mit den Betreibern des Gaskraftwerks Irsching in Abstimmung mit der Bundesnetzagentur (BNetzA) entsprechende Verträge geschlossen.

26. April 2013

Hierin haben sich die Kraftwerksbetreiber verpflichtet, die beiden Kraftwerksblöcke in den nächsten Jahren nicht stillzulegen. »Wir freuen uns, dass es gelungen ist, dieses Abkommen mit der Bundesnetzagentur und den Kraftwerksbetreibern zu schließen. Dass Irsching 4 und 5 weiterhin zur Verfügung stehen, ist für die Netzstabilität und damit für die Versorgungssicherheit absolut notwendig«, so heute Lex Hartman, Mitglied der Geschäftsführung der TenneT. Letztendlich zeige dieser Vorgang jedoch auch, dass es dringend Änderungen im Marktdesign für den deutschen und europäischen Strommarkt geben müsse, um zukünftig marktinterne Lösungen für ausreichende Erzeugungskapazität zu finden, so Hartmann weiter. Die Betreiber wollten die modernsten Gaskraftwerke Deutschlands stilllegen, weil die Laufzeiten durch den Vorrang der Einspeisung von erneuerbaren Energien zurückgingen und keine Rentabilität mehr gegeben war.

Flexible, verlässliche Kraftwerkskapazität wird auch für sogenannte Redispatch-Maßnahmen gebraucht, so TenneT. Mit solchen Eingriffen sorgen Übertragungsnetzbetreiber dafür, dass das Netz nicht überlastet wird, wenn zum Beispiel so viel Wind- und Sonnenenergie eingespeist wird, dass die Übertragungskapazität des Höchstspannungsnetzes an ihre Grenzen zu geraten droht. »Aufgrund ihrer Lage und ihrer großen Flexibilität werden Irsching 4 und 5 bereits jetzt regelmäßig für solche Eingriffe zur Stabilisierung des Netzes genutzt und haben hier eine große Bedeutung«, erklärt der Übertragungsnetzbetreiber. Für die kommenden Jahre ist eine weitere Steigerung dieser Bedeutung zu erwarten.

Die aktuelle Vereinbarung fußt auf der Festlegung der Bundesnetzagentur, dass für Kraftwerke, die mehr als zehn Prozent auf Anforderung des Übertragungsnetzbetreibers laufen, die Übernahme der Fixkosten zur Abfederung der wirtschaftlichen Nachteile für den Kraftwerksbetreiber möglich sind. Sie stellt eine volkswirtschaftlich effiziente Lösung dar, da das Kraftwerk weiterhin am Marktgeschehen teilnehmen kann und somit nur ein Teil der Gesamtkosten durch die Netzentgelte finanziert werden muss. Hätten sich die Kraftwerkbetreiber komplett zurückgezogen, so hätte es ein hohes Risiko von höheren Kosten für die Netzkunden ergeben, so Tennet.