Ja zu Smart City, nein zum vernetztenKühlschrank

Laut einer Verbraucherumfrage des VDE will die Mehrheit der Bundesbürger die Smart City. Die größten Vorbehalte gibt es gegen vernetzte, ferngesteuerte beziehungsweise programmierte Elektrohaushaltsgeräte. Für die Studie wurden 1.003 Bundesbürger befragt, davon 51 % Frauen und 49 % Männer.

20. Oktober 2014

Auch wenn 84 % mit dem Begriff ›Smart Cities‹ noch nicht viel verbinden können, erkennen die Befragten die Potenziale intelligenter Städte: 68 % wollen eine effizientere Energieversorgung, 60 % neuartige Schutzsysteme vor Unfall, Feuer und Kriminalität und 50 % wünschen sich intelligent vernetzte Verkehrssysteme sowie Elektromobilität.

Sechs von zehn Verbrauchern versprechen sich von einer intelligenten Stadt eine höhere Lebensqualität, mehr Ressourceneffizienz und besseren Umweltschutz. Fünf von zehn glauben zudem an eine stärkere Wettbewerbsfähigkeit für die hiesige Industrie. Über 70 % der Befragten finden es gut oder sehr gut, dass in einer intelligenten Stadt Infrastrukturen, Technologien, Produkte, Dienstleistungen und Prozesse durch IKT (Informations- und Kommunikationstechnologien) effizienter und nachhaltiger gestaltetet werden. Dies sind Ergebnisse einer repräsentativen Verbraucherumfrage, die der VDE mit dem Marktforschungsinstitut SMR durchgeführt hat. Die höchsten Hindernisse auf dem Weg zur intelligenten Stadt sind laut der Studie die Kosten (68 %) und die IT- bzw. Datensicherheit (62 %). Dass mangelnde Technikakzeptanz und die Komplexität der Technik die Realisierung von Smart Cities behindern könnten, glauben weniger als die Hälfte der Befragten.

Wichtiger Bestandteil einer intelligenten Stadt ist das Smart Home, die intelligente Heimvernetzung. 62 % hätten gerne ein modernes Energiemanagement und können sich für die Vernetzung von Photovoltaik-Anlage, Energiespeicher und Heizung durch intelligente Steuerungstechnik begeistern. 51 % der Befragten wünschen sich Hausautomation, also die automatische (Fern)Steuerung von Beleuchtung, Fenster, Jalousien, Heizung, Alarmanlage etc. Die größten Vorbehalte gibt es gegen vernetzte, ferngesteuerte bzw. programmierte Elektrohaushaltsgeräte. 62 % wünschen sich intelligente Haushaltsgeräte wie Herd, Kühlschrank, Waschmaschine oder Kaffeeautomat dezidiert nicht. »Hier besteht dringender Aufklärungsbedarf. Die Industrie muss den Verbrauchern den tatsächlichen Mehrwert durch das Smart Home sowie die Maßnahmen zur Datensicherheit aufzeigen«, erklärt Dr.-Ing. Hans Heinz Zimmer, Vorstandsvorsitzender des VDE.

Mit dem Begriff ›Smart Cities‹ assoziieren die Befragten in erster Linie Umwelt- und Energieaspekte, intelligenter Stadtplanung und vernetzte, lebenswerte Städte. Neben den Bereichen Energie, Sicherheit und Verkehr genießen die Themen Industrie 4.0, E-Government, mobiles Echtzeit-Internet, Home Office, Logistik, Smart Home and Building sowie Telemedizin und technische Assistenzlösungen für den Alltag mit Werten zwischen 36 % und 44 % eine hohe Priorität.