Jahresrückblick Windenergie

Neuer Weltrekord beim Neubau von Windenergieanlagen

16. Januar 2007

2006 wurden nach ersten Schätzungen des Bundesverbands WindEnergie (BWE) weltweit Windenergieanlagen mit einer Leistung von rund 15.000 MW neu aufgebaut. Dies entspricht der Kapazität von etwa 15 Großkraftwerken und ist ein neuer Rekord. 2005 waren es noch Windkraftanlagen mit einer Leistung von 11.800 MW, die neu gebaut wurden. Spitzenreiter sind abermals die USA mit einem geschätzten Zubau von 2.700 MW. Für die Jahre 2007 und 2008 wird nochmals von deutlichen Steigerungen ausgegangen, nachdem der US-Kongress diesen Monat die bundesstaatliche Förderung - den so genannten Production Tax Credit (PTC) - bis Ende 2008 verlängert hat. Insgesamt steigt damit die weltweit installierte Kapazität auf nahezu 75.000 MW. Die Anlagen können rund 180 Mrd. kWh produzieren, das entspricht mehr als einem Prozent des globalen Strombedarfs. In den letzten fünf Jahren betrug die durchschnittliche Wachstumsrate der installierten Kapazität 25 %. Das entspricht einer Verdoppelung alle drei Jahre. BWE-Präsident Peter Ahmels: „Aufgrund der steigenden Weltmarktpreise für Brennstoffe und der zunehmenden Bereitschaft der Staaten, wirksame Maßnahmen gegen den Klimawandel zu ergreifen, rechnen wir mit einem Anhalten dieser hohen Wachstumsraten.“ Beispielweise hat sich Frankreich in diesem Jahr in seinem mehrjährigen Investitionsplan (PPI) für den Stromsektor ein Ziel von 17.000 Megawatt Windkraftleistung bis 2015 gesetzt. Auch die Schwellenländer setzen sich immer ehrgeizigere Ziele für den Ausbau der Windkraft. China will bis 2020 mindestens 30.000 MW Windkraftkapazität installieren. Indien ist seit Jahren der drittgrößte Windmarkt der Welt. Bis 2020 kann die Windkraftkapazität weltweit auf 1.250.000 MW steigen und mit rund 3.000 Mrd. kWh rund 12 % des bis dahin prognostizierten Strombedarfs decken. Damit würde Windenergie mehr zum globalen Strombedarf beitragen als die Wasserkraft oder die Kernenergie.