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ENERGIEEINKAUF - Wann ist mein optimaler Beschaffungszeitpunkt für Strom und Gas? Und wie erkenne ich diesen? Charting-Tools können dabei helfen.

31. Juli 2018

Die jüngsten Preisentwicklungen im Gas- und Strommarkt dürften so manch einen Marktteilnehmer ins Grübeln gebracht haben. Fundamental lassen sich alle Entwicklungen erklären: So waren es beispielsweise die sehr kalten Temperaturen, die zum extremen Anstieg der Spotpreise im März führten. Oder die Spannungen im Nahen Osten, die den Öl- und somit auch den Gasmarkt stark beeinflussen.

Den Energieeinkäufern stellt sich gerade dann die entscheidende Frage: Wie kann in solchen Marktsituationen ein optimaler Beschaffungszeitpunkt erkannt werden? Wie ist die Trendstärke oder gibt es bereits eine Trendumkehr? Ist es sinnvoll, in einer hochpreisigen Marktsituation abzuwarten, weil sich bereits eine erste Trendabschwächung ankündigt? Und wie kann diese erkannt werden?

Preistrends erkennen

Mit der technischen Chartanalyse lassen sich in einem Charting-Tool genau diese Trends, Trendabschwächungen, Trendumkehrun-

gen und Handelssignale erkennen, analysieren und ex ante optimale Beschaffungszeitpunkte definieren. Solch ein Tool bietet die Gasversorgung Süddeutschland (GVS) ihren Kunden an. Seit Ende 2017 ist dieses Analysewerkzeug auf E-Point, dem Energiemarktplatz, eingestellt.

Es bietet dem Nutzer neben Strom- und Gaspreisdaten eine Vielzahl von Analysewerkzeugen für individuelle Chartanalysen. Über 100 Trendfolgeindikatoren und Oszillatoren sowie Zeichentools sind der Kern des Tools. Eine Reporting-Funktion, Spread-Analysen oder auch tabellarische Darstellungen runden die Funktionalitäten ab. »Das erleichtert mir die Entscheidungen im Tagesgeschäft«, so ein süddeutscher Energieeinkäufer.

Doch wo genau liegen die Vorteile, und wie kann die technische Chartanalyse das operative Geschäft vereinfachen?

Bei vielen Stadtwerken, Energieversorgern und Industriebetrieben werden Beschaffungsentscheidungen auf Basis von Newslettern, Marktberichten oder dem Blick auf die Preise der EEX-Webseite getroffen. Dies ist mit Sicherheit ein wichtiger Baustein. Doch reicht diese Datenbasis wirklich aus, den eigenen Entscheidungsprozess auf eine objektive Ebene zu stellen und die Beschaffungszeitpunkte dabei optimal auszuwählen?

Auf Basis von Newslettern dürfte die Analyse der Preisentwicklungen vor dem Hintergrund der eigenen Beschaffungsstrategie nur vergleichsweise gering objektivierbar sein. Und ist das subjektive Bauchgefühl der richtige, und vor allem der validierbare Impulsgeber für den Kauf oder Verkauf von Strom und Gas?

Die technische Chartanalyse bietet hier alleine aufgrund des großen Angebots an Trendfolgeindikatoren und Oszillatoren die Möglichkeit, die Preisentwicklungen in einer kombinierten Betrachtung zu analysieren und mit intelligenten Zeichentools auf ein professionelles Niveau zu heben.

Das Tool ist einfach und intuitiv zu handhaben. Das hohe Maß an Usability bei der Bearbeitung eines Charts ermöglicht es dem User, effizient den Kurs zu analysieren und Rückschlüsse zu ziehen. Da die Datenbasis im Tool alle Standardhandelsprodukte des deutschen Strom- und Gasmarktes umfasst, ist der Überblick entlang der Preiskurve jederzeit vorhanden.

Individuelles Chart

Der Anwender kann sich ein individuelles Chart zusammenstellen und mit diversen Techniken analysieren. Nur wenige Mausklicks werden benötigt und der MACD, der RSI oder die Bollinger-Bänder sind beispielsweise eingezeichnet. Zwei weitere Klicks und eine Trendlinie ist angelegt. Mit der Maus rein- und rausgescrollt und das Chart zoomt von wenigen Tagen zu einem Jahreshorizont.

Die Settings aller vordefinierten Indikatoren und Oszillatoren können individuell eingestellt werden, und auch das allgemeine Design und Layout des Charts mit seinen Bestandteilen kann geändert werden. Alle Daten und individuellen Chartanalysen werden automatisch gespeichert und sind beim nächsten Log-in verfügbar und aktuell.

Richtig nutzen

Ein Einkäufer, Portfoliomanager oder Vertriebsmitarbeiter bekommt also nicht nur visuell den ausgewählten Kursverlauf angezeigt, sondern er kann vielmehr damit entscheiden, ob ein intakter Preistrend, eine Trendumkehr oder neue Handelssignale vorliegen. Aber natürlich liefert die technische Chartanalyse nicht von sich aus die Antwort auf die Frage nach »Kaufen oder Abwarten?« – vielmehr ist sie ein sinnvolles Instrument, die Beschaffungsentscheidungen vorzubereiten, zu untermauern und zu begründen.

Stadtwerke und Industriekunden haben häufig noch keine oder nur geringe Berührungspunkte mit der technischen Chartanalyse. Wenn, dann meist nur in Form von Charts, die Teil eines Newsletters sind. Über die Funktionsweise, Anwendbarkeit und vor allem den tatsächlichen Mehrwert im täglichen operativen Geschäft liegen meist nur Grundkenntnisse oder sogar keine Kenntnisse vor.

Die GVS bietet daher Unterstützung durch ihre Experten an. Es wird nicht nur das Charting-Tool an sich erklärt, viel mehr bietet sie auch Schulungen und Workshops zur technischen Chartanalyse an – für Anfänger bis Fortgeschrittene.

Dabei ist dem Unternehmen wichtig, dass die Schulungsinhalte individuell auf das Unternehmen und dessen Teilnehmer zugeschnitten sind und die Teilnehmeranzahl begrenzt bleibt. Nur so kann eine Interaktion zwischen Theorievermittlung, angewandter Chartanalyse am lebenden Objekt, also live im Charting-Tool und möglichen unternehmensspezifischen Fragestellungen ermöglicht werden.

Dr. Sonja Baumann, GVS

Erschienen in Ausgabe: 06/2018