Kaeser baut um

Der Siemens-Chef hat die strategische Neuausrichtung des Konzerns bekanntgegeben. Man setze den Fokus auf Wachstumsfelder wie Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung, heißt es in einer Mitteilung. Geplant ist auch eine neue Organisation mit flachereren Strukturen. Neue Chefin der Energiesparte wird Lisa Davis von Royal Dutch Shell.

07. Mai 2014

Zudem hat Siemens die Übernahme des Rolls-Royce-Gasturbinen- und Kompressorengeschäfts bekanntgegeben. »Unsere Vision 2020 adressiert die langfristigen Perspektiven unseres Hauses entlang der Wertschöpfungskette der modernen Elektrifizierung und der Automatisierung. Mit der Ausweitung der aktienorientierten Beteiligung der Mitarbeiter am Unternehmenserfolg schaffen wir eine nachhaltige Eigentümerkultur bei Siemens«, sagte Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender von Siemens.

Das Unternehmen hat mehrere Wachstumsfelder identifiziert, in denen es für sich langfristig die größten Potenziale sieht. Auf diese Wachstumsfelder richte man seine Ressourcenallokation aus und plant, konkrete Maßnahmen umzusetzen, teilt Siemens weiter mit . Dazu gehöre unter anderem der Kauf des überwiegenden Teils der Energiesparte von Rolls-Royce.

In der Elektrifizierung und Automatisierung gehören zu den Wachstumsfeldern zum Beispiel die Märkte für kleine Gasturbinen sowie Offshore-Windanlagen, die von der steigenden Nachfrage nach sicherer und nachhaltiger Stromversorgung profitieren, so der Konzern. In der Prozessindustrie böten sich attraktive Möglichkeiten, diesen Markt noch stärker auszuschöpfen. Attraktive Wachstumspotenziale sieht das Unternehmen auch im Markt für die Förderung von unkonventionellem Öl und Gas.

Um in diesen Wachstumsfeldern das Marktpotenzial voll auszuschöpfen, ändert Siemens seine Organisationsstruktur. Zur Verschlankung der Struktur soll zum ersten Oktober 2014 die Ebene der Sektoren abgeschafft und das Geschäft in neun statt bisher 16 Divisionen gebündelt werden.

Mit der Bündelung der Divisionen und der Auflösung der Sektoren will das Unternehmen Bürokratie abbauen, Kosten senken und Entscheidungen innerhalb Konzerns beschleunigen. Zudem sollen die Querschnittsfunktionen wie beispielsweise das Personalwesen und die Kommunikation künftig gestrafft und zentral geführt werden. Diese Maßnahmen sollen in Summe zu einer zusätzlichen Produktivität von rund 1 Mrd. € führen.

Der Aufsichtsrat der Siemens AG hat im Zuge der Neuaufstellung mit Wirkung zum 1. August 2014 zudem Lisa Davis, derzeit Executive Vice President Strategie, Portfolio und Alternative Energien, Royal Dutch Shell, zum Mitglied des Vorstands ernannt. Lisa Davis wird im Vorstand der Siemens AG für die Divisionen Power and Gas, Wind Power and Renewables und Power Generation Services sowie für die Regionen Nord- und Südamerika zuständig sein. Ihr Ressort wird sie aus den USA führen.

Michael Süß scheidet mit sofortiger Wirkung aus persönlichen Gründen einvernehmlich aus dem Vorstand aus. Er steht dem Vorstandsvorsitzenden weiterhin als Berater zur Verfügung. Bis Lisa Davis ihr Vorstandsressort übernimmt, wird die Sektorleitung kommissarisch von Randy Zwirn übernommen und im Vorstand von Klaus Helmrich vertreten.