Kavernen favorisiert

Speicher Trianel nahm pünktlich zum neuen Gaswirtschaftsjahr drei Kavernen in Epe in Betrieb. Die starke Nachfrage bedingt den Bau eines weiteren Speichers.

06. November 2008

In drei 1.200 m tiefen Salzkavernen in Epe (Kreis Borken) schießt seit dem 1. Oktober dieses Jahres mit 230 bar Erdgas. Die neue Anlage verfügt über ein Arbeitsgasvolumen von rund 130 Mio. m³ Erdgas, was äquivalent ist zu einer energetischen Leistung von rund 1,5 Mrd. kWh. Pro Stunde können 150.000 m³ Erdgas ein- und bis zu 300.000 m³ ausgespeist werden. Angebunden ist die Anlage an die Marktgebiete RWE H-Gas und EGT H-Gas (seit 1. Oktober NetConnect Germany). Die Gesamtinvestitionen betragen rund 120 Mio. €.

Vorausgegangen war der Inbetriebnahme eine rund zweijährige Realisierungsphase, in der alle erforderlichen Arbeiten von der Planung über die Genehmigungen und die Bauarbeiten bis zur technischen Inbetriebnahme und der ersten Gasbefüllung umgesetzt wurden.

Aufgrund der großen Nachfrage nach Speicherkapazität plant die 2006 gegründete Trianel Gasspeichergesellschaft Epe (TGE) aus Gronau (Nordrhein-Westfalen) den Bau einer weiteren Kaverne. Sie peilt damit ein Arbeitsgasvolumen von insgesamt 240 Mio. m³ an. Mit den Bauarbeiten soll im kommenden Winter begonnen werden, sodass die vierte Kaverne im Herbst 2009 den Betrieb aufnehmen kann. Die ebenfalls bereits beschlossene Erweiterung der Verdichter- und Entnahmestation, die eine Verdoppelung der Anlagenleistung darstellt, soll zum Gaswirtschaftsjahr 2010 abgeschlossen sein.

Verteilte Speicherkapazitäten

Gesellschafter der für den Betrieb verantwortlichen TGE sind neben der Trianel European Energy Trading dreizehn kommunale Energieversorger, die seit 1. Oktober 2008 den Speicher zur Strukturierung ihrer Gasportfolios einsetzen. Die neue Anlage ist für sie ein wichtiger Baustein bei der Optimierung ihres Gasportfolios. Sie erhalten mit dem Zugriff auf eigene Speicherkapazitäten mehr Flexibilität bei der Gasbeschaffung und Gasversorgung ihrer Kunden. So bietet der Speicher etwa die Möglichkeit, günstige Mengen in verbrauchsschwachen Zeiten zu attraktiven Konditionen einzukaufen. Das eröffnet Spielräume bei der Deckung von teuren Verbrauchsspitzen und könnte den Unternehmen wie den Endkunden in Zukunft zugute kommen.

Erschienen in Ausgabe: 11/2008