Klimaschutz auch ohne Trump

Der US-Präsident Donald Trump setzt ein Wahlversprechen in die Tat um. Er kündigt das Paris-Abkommen zum weltweiten Klimaschutz auf. Die Reaktionen aus Politik und Wirtschaft ließen nicht lange auf sich warten.

02. Juni 2017

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks bedauert Trumps Entscheidung. „Größer als der Schaden für den internationalen Klimaschutz ist jedoch der Schaden für den Multilateralismus. Denn das Besondere an Paris ist ja, dass die Staatengemeinschaft beschlossen hat, eines der größten Weltprobleme dieses Jahrhunderts gemeinsam anzugehen.“

Zukunftsprognosen

Trotzdem bleibt die Umweltministerin optimistisch, was die weitere Umsetzung des Paris-Abkommens betrifft. „Der Rest der Welt steht hinter dem Pariser Klimaschutzabkommen. In den vergangenen Wochen haben wir viele ermutigende Signale aus Europa, China, Russland, Indien, Kanada und vielen anderen Ländern bekommen.“

Man sei noch enger zusammengerückt, so die Ministerin. „Das Bekenntnis zum Klimaschutz ist noch größer geworden. Trump hat sich für die Vergangenheit entschieden, der Rest der Welt für die Zukunft.“

Jetzt erst recht

Die Umweltministerin von Rheinland-Pfalz, Ulrike Höfken, nennt den Rückzug der Amerikaner aus dem Klimaschutzabkommen einen Angriff auf die gemeinsamen Interessen der Weltgemeinschaft, stellt aber gleichzeitig klar, dass die Bemühungen auch ohne Donald Trump weitergehen werden, selbst in den USA auf Ebene der Bundesstaaten.

Rheinland-Pfalz werde dem weltweiten Klimaschutz-Netzwerk Under 2 MOU beitreten. Hinter diesem stehen mittlerweile knapp 180 Staaten und Regionen, mehr als eine Milliarde Menschen und über ein Drittel der Weltwirtschaft.

Chance für Europa

Auch aus der Wirtschaft sind erste Stimmen zu hören. BDEW-Chef Stefan Kapferer bekennt sich klar zum Klimaschutz und zur Energiewende.

„Donald Trump stellt die USA ins klimapolitische Abseits. Die US-Regierung macht es der eigenen Wirtschaft damit sehr schwer, die mit dem Klimaschutz verbundenen geschäftlichen Potenziale zu heben.“

Für Europa sei das die Chance, Weltmarktführer bei allen Technologien rund um Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und zur Steuerung von Energieversorgungssystemen zu werden. „Diese Chance sollten wir nutzen“, so Kapferer.

Weiter plädiert er dafür, die notwendigen Treibhausgas-Minderungsanstrengungen der Weltgemeinschaft auf die ökonomisch effizienteste Weise zu gestalten. Dazu gehört, laut Kapferer, ein weltweit einheitliches Preissignal für Treibhausgas-Emissionen, das Knappheiten anzeigt.

Außerdem fordert der BDEW-Chef von der Europäischen Union konsequente Reformen des EU-Zertifikatehandels.

Lokaler Klimaschutz

Auch der VKU und seine Mitglieder stehen klar zu den in Paris 2015 vereinbarten Klimaschutzzielen. 

„Wirtschaftliches Wachstum und Klimaschutz schließen sich nicht aus. Im Gegenteil! Deshalb warnen auch Vertreter der US-Wirtschaft vor den Folgen dieser Entscheidung. Sie halten an ihren Klimaschutzzielen und Verpflichtungen fest“, so VKU-Hauptgeschäftsführerin Katherina Reiche.

„Die Stadtwerke sind vor Ort in vielen Projekten aktiv, die das Klima schützen sollen. Damit stehen sie nicht nur zu den weltweiten Klimazielen, sondern tragen ganz maßgeblich zum Gelingen der Energiewende bei“, so Reiche weiter.