Klimaschutz braucht Ausdauer

Es sind trotz Ausbau der Erneuerbaren in der Welt noch große internationale Anstrengungen nötig, um das globale Energiesystem klimafreundlicher zu machen. Das ergab eine Untersuchung im Auftrag von Statoil.

16. Juni 2017

Die diesjährige Ausgabe der Energy Perspectives von Statoil blickt bis ins Jahr 2050. Sie prognostiziert in allen Szenarien ein Wachstum der erneuerbaren Energien.

 

Auch Gas und Öl bleiben wichtige Bestandteile des globalen Energiemix, heißt es.

 

Die Entwicklung des Kohleverbrauchs wird einen entscheidenden Einfluss auf die weltweiten CO2-Emissionen haben.

 

„Insbesondere in Bezug auf Energieeffizienz, Brennstoffmix und Konsumentenverhalten sind große Änderungen erforderlich. Leider arbeiten aktuell viele Faktoren gegen einen solchen Transformationsprozess“, sagt Eirik Wærness, Chefvolkswirt von Statoil.

 

Es sei aber möglich, die energiebedingten Emissionen entsprechend den Anforderungen des Zwei-Grad-Ziels zu senken.

 

Wohin geht es?

 

Drei Szenarien skizzieren denkbare Entwicklungspfade: „Reform“, „Renewal“ und „Rivalry“. Alle drei Szenarien prognostizieren einen deutlichen Zubau bei den erneuerbaren Energien bis 2050, insbesondere bei der Wind- und Sonnenenergie.

 

Das Szenario „Reform“ nimmt die nationalen Zusagen im Rahmen des Pariser Klimaabkommens als Ausgangspunkt. Maßnahmen, die sich ohne Fördermechanismen und unter Marktbedingungen durchsetzen, werden bevorzugt umgesetzt.

 

Allerdings kann das Szenario die Ziele von Paris nicht erfüllen. Die fortschreitende globale Erwärmung sorgt für niedrigeres Wirtschaftswachstum ab Mitte der 2030er Jahre.

 

Das Szenario „Renewal“ zeigt einen möglichen Weg, wie die Welt das Zwei-Grad-Ziel erreichen könnte. "Die große Herausforderung: Das globale BIP beträgt 2050 170% vom heutigen Niveau, während die globale Primärenergienachfrage bis 2050 um 10% abfällt", heißt es in einer Statoil-Mitteilung.

 

Bei „Renewal“ steigt der Anteil der erneuerbaren Energien am globalen Primärenergiemix von 14% im Jahre 2014 auf 37% im Jahre 2050.

 

Die energiebezogenen CO2-Emissionen sinken auf 42% des Niveaus von 2014. In diesem Szenario finden den Angaben zufolge die größten Veränderungen im globalen Energiemix statt.

 

Quantensprung bei Energieeffizienz nötig

 

Erneuerbare Energien wachsen stark, die Nachfrage nach Erdgas steigt zunächst und fällt am langen Ende etwas ab, der Ölverbrauch bleibt erst konstant und sinkt dann auf 70% des heutigen Niveaus, während die Kohlenachfrage schnell zurückgeht und 2050 nur noch 30% der heutigen Nachfrage beträgt.

 

Das Szenario „Rivalry“ bildet eine von geopolitischen Konflikten und größeren Unterschieden in der regionalen Entwicklung geprägte, multipolare Welt ab. Versorgungssicherheit und Ausbeutung der lokal verfügbaren Energieträger stehen an erster Stelle. Dies führt im Vergleich mit den beiden anderen Szenarien zu dem niedrigsten Wirtschaftswachstum und den höchsten Treibhausgasemissionen, heißt es.

 

Wenn die Klimaziele erreicht werden sollen, sind zudem auch deutliche Fortschritte bei der Energieeffizienz nötig: Die Energieintensität müsste sich drei Mal schneller verbessern als dies in den letzten 25 Jahren der Fall war, so Statoil in einer Mitteilung.