Vorige Woche wurde im Chemiepark Marl der Grundstein für ein neues Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD) von Evonik gelegt. „Die geplante Inbetriebnahme des Kraftwerks im Jahr 2022 bedeutet für Evonik nach mehr als 80 Jahren das Ende der Strom- und Dampferzeugung mit Steinkohle“, heißt es in einer Siemens-Mitteilung.

Marl Kraftwerk VI

ANZEIGE

Die Bauarbeiten für das Kraftwerk, das in zwei Blöcken Strom und Dampf in Kraft-Wärme-Kopplung erzeugen wird, liegen laut Siemens im Plan. Evonik wird „Marl Kraftwerk VI“, so der offizielle Name, im Verbund mit den bereits vorhandenen Erdgaskraftwerken betreiben.

Bau und Finanzierung

Schlüsselfertig entwickelt und gebaut wird das Kraftwerk samt eines neuen zentralen Leitstandgebäudes von Siemens Gas and Power als Generalunternehmer in enger Zusammenarbeit mit Siemens Financial Services (SFS).

ANZEIGE

„Auf der Grundlage ihrer langjährigen Expertise im Energiebereich hat SFS mit Siemens Gas and Power eine maßgeschneiderte Finanzierungsstruktur entwickelt. Gemeinsam mit der KfW-Ipex-Bank und der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) übernimmt SFS die Finanzierung der neuen Anlage“, heißt es in einer Projektbeschreibung.

Mit dem neuen Gas- und Dampfturbinenkraftwerk sinke der CO2-Ausstoß von Evonik um bis zu eine Million Tonnen pro Jahr und reduziere die direkten jährlichen Treibhausgasemissionen seiner Anlagen weltweit um fast ein Fünftel. Dies sei ein wesentlicher Beitrag zur Erreichung des zentralen Klimaziels von Evonik, die absoluten Treibhausgas-Emissionen bis 2025 zu halbieren, heißt es.

Leistung 180 MW elektrisch

Die Anlage wird eine Leistung von 180 Megawatt Strom haben, was dem Strombedarf von fast 500.000 Haushalten entspricht.

Und die vom Duisburger Unternehmen Standardkessel Baumgarte GmbH gelieferten Dampferzeuger werden bis zu 440 Tonnen Dampf pro Stunde produzieren können, was vor allem für die Produktion im Chemiepark wichtig ist. Zudem werden aus dem Dampfverbundnetz des Standorts auch zukünftig rund 2.000 Haushalte mit Fernwärme versorgt.

„Die Laststeuerung der Anlage ist hochflexibel. Dadurch kann sie einen Beitrag leisten, schwankende Einspeisung aus erneuerbaren Energien ins Stromnetz auszugleichen“, so Siemens.