In einem Gutachten haben Wissenschaftler des EWI in Köln die Auswirkungen des Kohleausstieges auf die Großhandelsstrompreise und weitere Stromkostenkomponenten untersucht. In einem weiteren Schritt haben sie konkrete Methoden zur Abschätzung der möglichen Strompreisanstiege entwickelt, so das Institut in einer Mitteilung.

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Hintergrund ist laut EWI, dass sowohl im Abschlussbericht der WSB-Kommission als auch im vom Kabinett beschlossenen Kohleausstiegsgesetz ein Ausgleichsmechanismus gefordert wird. Dieses Instrument soll einen Ausgleich für (Großhandels-)Strompreisanstiege schaffen, die möglicherweise durch den Kohleausstieg auf die stromintensive Industrie zukommen, heißt es in einer EWI-Mitteilung.

Veränderte Merit-Order

„Im aktuellen Gesetzentwurf wird ein ,Zuschuss für zusätzliche Stromkosten‘ erwähnt. Bislang ist aber nicht klar, mit welcher Berechnungsmethode ein möglicher Preisanstieg quantifiziert werden soll“, sagt Simon Schulte vom EWI. „Wir glauben deshalb, dass wir mit unseren drei Ansätzen einen wertvollen Beitrag zur Diskussion leisten.“

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Die Methoden unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Güte, Transparenz und Praktikabilität und werden im Gutachten dementsprechend eingeordnet und bewertet.

Zu den potentiell höheren Großhandelsstrompreisen kommt es laut EWI aufgrund der veränderten Merit-Order, also der Einsatzreihenfolge der Kraftwerke am Markt.

„Wenn durch die Stilllegung von Braun- und Steinkohlekraftwerken und von Gaskraftwerken häufiger Kraftwerke mit höheren Grenzkosten den Preis setzen, dann steigt der Strompreis. Dies hängt auch vom Ausbau der Erneuerbaren Energien sowie Veränderungen im Strom-Außenhandel ab“, so das Institut. Die Studie steht auf der EWI-Website zum Download zur Verfügung.

Kohleausstieg bis 2038

Bis spätestens 2038 soll Deutschland zur Förderung des Klimaschutzes aus der Kohle-Stromgewinnung aussteigen. Die meisten Kraftwerke sollen zu Beginn im Westen, also in Nordrhein-Westfalen, abgeschaltet werden. Hier die Details zum Nachlesen.