Kohlendioxid-Preis für den Wärmemarkt?

Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) hat einen Vorschlag für eine CO2-Bepreisung im Wärmemarkt vorgestellt. Die Studie des Beratungsunternehmens Prognos schlägt vor, die Energiesteuer um eine CO2-Komponente inklusive eines Rückerstattungsmodells zu ergänzen.

18. September 2017

»Bislang gibt es im Wärmemarkt nicht die richtigen Anreize, moderne Technologien und Erneuerbare Energie einzusetzen, da die Kosten für eine Entsorgung der Emissionen in der Atmosphäre nach wie vor nicht beim Anlagenbetrieb anfallen, sondern stillschweigend vergesellschaftet werden. Derzeit werden sogar wieder mehr Ölheizungen installiert«, so Dr. Peter Röttgen, Geschäftsführer BEE zu den Gründen für die beauftragte Studie.

Drei Modelle zur Rückerstattung geprüft

Die Arbeit befasst sich speziell mit Wohngebäuden, also einem Bereich, der nicht in den europäischen Emissionshandel einbezogen ist. Es wird eine vollständige Rückvergütung der zusätzlichen Steuereinnahmen an die Haushalte vorgeschlagen, so der Verband weiter. Dabei sei es besonders wichtig, dass die Rückverteilung gerecht ist, besonders mit Blick auf einkommensschwächere Haushalte.

Die Studienautoren haben dahingehend drei verschiedene Modelle und ihre Auswirkungen untersucht. Demnach führt eine Rückerstattung, die sich an einem Haushalt und der Anzahl in ihm lebender Bewohner orientiert, zu der gerechtesten Verteilung.

„Durch die Rückerstattung werden viele Haushalte – insbesondere jene mit niedrigen und mittleren Haushaltsnettoeinkommen sowie die meisten Familien – unterm Strich sogar entlastet“, so Röttgen. 

Blick in die Schweiz

Beispielsweise in der Schweiz wurde bereits vor Jahren eine CO2-Bepreisung in Form einer Abgabe mit einem Rückerstattungsmodell erfolgreich eingeführt. In Deutschland würde eine Energiesteuer mit CO2-Gewichtung schon bei relativ geringem CO2-Preis von 25 Euro je Tonne Kohlendioxid eine Lenkungswirkung und Vorzieheffekte zugunsten klimafreundlicherer Energieträger bewirken, so der Verband.

Die Zusammenfassung der Studie ist hier auf den Seiten des BEE herunterzuladen.