Kosten unter Druck gesetzt

AirWorx-Energiemanagement eröffnet Kostensenkungspotenziale

Mit seinem Dienstleistungsangebot AirWorx hat CompAir ein Produkt am Markt eingeführt, das über die Druckluftbereitstellung deutlich hinaus geht: Ein gesamtheitliches Management von Erzeugung, Verteilung und Verbrauch soll die Druckluftkosten bei einem durchschnittlichen Industriebetrieb um rund ein Viertel senken können.

09. November 2001

Mit einem umfangreichen Leistungspaket möchte die CompAir Drucklufttechnik GmbH in Simmern, ein Unternehmen der Invensys-Gruppe, auf sich aufmerksam machen. AirWorx haben die Marketingstrategen die Dienstleistung genannt, frei nach dem Motto: „Luft arbeitet“ - mehr nicht. Statt sich in technischen Finessen zu verlieren achten die Spezialisten aus Simmern auf das Wesentliche: Verfügbarkeit und Preis.

Mit dieser Direktive sprechen sie unzähligen Druckluftanwendern in Industrie und Gewerbe aus der Seele, denn für diese ist Druckluft nur ein Produktionsfaktor, den es möglichst preiswert einzukaufen gilt. Das allerdings gelingt nicht jedem. Rund ein Viertel des Kostensenkungspotenzials verschenken Druckluftanwender, hat CompAir bei einem Testbetrieb festgestellt. Genügend Rationalisierungspotenzial also, um Dienstleister und Kunde zugleich geldwerten Vorteil in Aussicht zu stellen. Doch bislang haben es Dienstleistungen in diesem Bereich noch schwer, Fuß zu fassen.

„Oft wissen die Kunden nicht, welche Dienstleistung für sie optimal ist“, erklärt Ben Soderling, der als Development Manager in Großbritannien schon einige Erfahrungen sammeln konnte, einen möglichen Grund für die Vorbehalte. „Es gibt für Druckluft keine Dienstleistungsstandards am Markt. Daher ist es am besten, glaube ich, die Lösung mit jedem Kunden individuell abzustimmen.“ Aus diesem Grund hat CompAir sein Leistungspaket in vier Module zerlegt: Analyse, Liefermengenüberwachung, Vollwartung und Contracting.

„Die Analyse ist die Basis für alle anderen Dienstleistungen“, sagt Soderling. Sie gibt Aufschluss über die Leistungsfähigkeit und die Schwachstellen des bestehenden Druckluftsystems. Einbezogen werden Drucklufterzeugung, Netze, Verbraucher, aber auch die Druckluftverluste und beispielsweise die Qualität. Reicht es dem Kunden, sein System auf diese Art und Weise kennen zu lernen, kann dies als getrennte Dienstleistung angeboten werden. „Rund 600 Betriebe haben wir weltweit schon analysiert“, berichtet Soderling stolz. In der Regel konnte CompAir Kostensenkungspotenziale aufzeigen, die die Kosten der Analyse mehr als rechtfertigen.

„Die anderen Dienstleistungen sind konsequente Schritte, die in die gleiche Richtung gehen“, meint Soderling. So dient die Liefermengenüberwachung - hierbei werden Überwachungsgeräte mit einem zentralen Invensys-Kontrollraum verbunden - nicht einem reinen „Kubikmeterzählen“, sondern mündet in Leistungsberichte, dient zur Anlagenoptimierung, erlaubt Eingriffe in die Anlage bei Notfällen und zeigt auf, wann Wartungsarbeiten sinnvoll wären.

Für viele Anwender ist die Liefermengenüberwachung eine Methode, mit der sie erstmals die tatsächlichen Druckluftkosten für den Produktionsprozess bestimmen konnten - auf Wunsch kann dies auch nach Kostenstellen getrennt erfolgen. „Wir können fast alles überwachen“, sagt Soderling. Allerdings komme es nicht auf das Sammeln aller möglichen Werte an. Wichtig sei das Know-how, aus dem richtigen Werte-Mix geeignete Maßnahmen abzuleiten, die sich in der langfristigen Kostenstruktur positiv niederschlagen.

Wer darüber hinaus die Vollwartungsverträge oder das Contracting-Modell der CompAir in Anspruch nimmt, zahlt Druckluft nach Bedarf. Abgerechnet wird beispielsweise nach Menge, nach Betriebsstunden oder anderen Messgrößen, die im Einzelnen festzulegen sind. Auch der Strompreis kann bei den Druckluftkosten einbezogen werden. Beim Vollwartungsvertrag ist CompAir verantwortlich für die komplette Verwaltung der Kompressor- und Aufbereitungsanlagen. Abgerundet wird die Dienstleistungspalette durch das Contracting-Angebot. CompAir treibt bei diesem Modell die Energieeffizienz auf die Spitze, ohne die Leistungsfähigkeit oder Verfügbarkeit der Anlagen einzuschränken.

Derartige Versprechungen kennt man auch von anderen Anbietern. Dennoch unterscheidet sich die Dienstleistung der CompAir von den Offerten der Wettbewerber, versichert Soderling. „AirWorx ist eine auf das gesamte System gerichtete Lösung. Wir beschränken uns zum Beispiel nicht auf die Drucklufterzeugung. Und wir haben aufgrund unserer Erfahrungen den richtigen Blick für das Thema Druckluft.“

Die gesamtheitliche Betrachtung erlaubt es CompAir, sich nicht nur der - oft nicht optimierten - Kompressorfahrweise anzunehmen. Auch die Druckluftqualität, die Netzstruktur und eventuelle Leckagen nehmen die Energieexperten unter die Lupe. „Gerade in diesen Bereichen sind oft Kostentreiber verborgen“, weiß Soderling. Ein allgemeingültiges Rezept gebe es allerdings nicht, um den Kostentreibern auf die Spur zu kommen. Jede Anlage habe ihre spezifischen Schwächen. „Viele Schwächen ergeben sich aus der Vergangenheit, weil die Anlagen ehemals für andere Bedürfnisse ausgelegt wurden“, erklärt er. Mit AirWorx wird das Anlagendesign im Hinblick auf die aktuellen Anforderungen hinterfragt und im Anschluss optimiert, wenn gewünscht. An den passenden Dienstleistungen sollte es jedenfalls nicht scheitern.

Erschienen in Ausgabe: 07/2001