Kraft aus der Zelle

Am Montag gab es in Mannheim einen Termin für die Geschichtsbücher. Verantwortliche nahmen offiziell eine Brennstoffzelle im Megawatt-Leistungsbereich in Betrieb. Sie versorgt einen Industriebetrieb mit Strom und Wärme. Die Anlage ist den Angaben zufolge die erste ihrer Art in Europa.

16. September 2016

„Diese Energielösung ist ein Meilenstein für die grüne Energiewelt der Zukunft, denn anders als konventionelle Erzeugungsanlagen liefert sie praktisch schadstofffrei Wärme und Strom, so E.on in einer Mitteilung. Die Anlage steht auf dem Gelände der Firma Friatec, die Keramik- und Kunststoffprodukte herstellt. Über eine Dauer von zunächst 10 Jahren wird die Brennstoffzelle der Firma FCES die Produktion des Werkstoffspezialisten mit sauberer Energie versorgen.

„Mit einer elektrischen Leistung von 1,4 Megawatt ist die Brennstoffzelle in dieser Leistungsklasse einmalig in Europa“, so E.on. Das Unternehmen hat die Anlage geplant und wird sie als Contractor betreiben.

Unter technischen Gesichtspunkten und mit Blick auf den Umweltschutz sind Brennstoffzellen eine Alternative zur klassischen gekoppelten Strom- und Wärmeerzeugung dar, denn Anlagen dieser Art nutzen den eingesetzten Brennstoff im Vergleich zu anderen dezentralen Technologien wie Gasturbinen viel effizienter.

Neun Monate Bauzeit

In einer Bauzeit von nur neun Monaten wurde die Brennstoffzelle als gemeinschaftliches Projekt von E.on und FCES realisiert. Die Unternehmen haben nach eigenen Angaben eine langfristige Zusammenarbeit vereinbart, um die Brennstoffzellentechnologie Kunden stromintensiver Branchen auch in hohen Leistungsbereichen anzubieten.

„Die Brennstoffzelle ist eine der Schlüsseltechnologien für die neue, saubere Energiewelt. Die Inbetriebnahme ist deshalb auch für E.on ein besonderer Anlass“, so Karsten Wildberger, Mitglied des E.on-Vorstandes.

Titelthema im Oktober-Heft

In der Titelgeschichte der Oktober-Ausgabe von Energiespektum wird die Anlage genau vorgestellt. Das Heft erscheint am 10.Oktober.