Kraft hoch zwei

Deutschland braucht Kraft-Wärme-Kopplung für die Wärmewende. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die jetzt in Berlin vorgestellt wurde.

16. März 2018

Für die Studie im Auftrag des Bundesverbandes KWK (BKWK) haben Forscher des Fraunhofer-Instituts IFAM zwei Szenarien der Sektorenkopplung für Strom und Wärme verglichen, so der Verband in einer Mitteilung.

 

Erstes Szenario: eine weitgehende Ablösung von Heizkesseln durch Elektro-Wärmepumpen. Zweitens Szenario: einen verstärkten Ausbau von KWK-Systemen.

 

Vorschau für 2050

 

Die Kurzstudie bezieht sich den Angaben zufolge auf ein weit fortgeschrittenes Stadium der Energiewende im Jahr 2050.

 

„Das Ergebnis belegt eindeutig, dass die auf dezentrale Elektro-Wärmepumpen setzende Strategie den Anspruch einer weitgehenden Dekarbonisierung des Wärmebereichs kaum einlösen kann“, so der BKWK.

 

Technik-Mix

 

Ein Ausbau von gasbasierten KWK-Systemen mit Wärmespeichern, die als ergänzende Komponenten Elektro-Kessel und Groß-Wärmepumpen als Power-to-Heat-Technologien enthalten, würde hingegen zum Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien passen, heißt es.

 

„Die KWK-Anlagen können vorteilhaft die Residuallast decken, wenn der Strom aus Wind und Sonne nicht ausreicht“, so der Verband.

 

Den Angaben zufolge sinkt die Zahl der Vollaststunden der KWK-Anlagen im Vergleich zu heute deutlich, aber sie liefern dann auch besonders wertvollen Strom.

 

„In Überschusszeiten kann mit Strom aus Erneuerbaren zum einen Wärme mittels der Power-to-Heat-Komponenten der KWK-Systeme bereitgestellt werden, zum anderen können die Stromüberschüsse mit Power-to-Gas-Technologien genutzt werden, um Brennstoff für die zuvor mit Erdgas betriebenen KWK-Anlagen regenerativ zu erzeugen“, heißt es in der Verbandsmitteilung.

 

Die KWK bekomme laut BKWK eine dauerhafte Perspektive in einem vollständig dekarbonisierten Energiesystem.

 

Folglich seien die vorhandene Gas-Infrastruktur und die daran gekoppelten Speicherkapazitäten, die auch einen saisonalen Ausgleich zulassen, Bestandteil dieses künftigen Energiesystems.

 

Strategie

 

„Die Ergebnisse der Studie belegen, dass ein intensiver Ausbau gasbasierter KWK mit Wärmenetzen für den Klimaschutz mittel- und langfristig eine zielführende Strategie ist“, so Heinz Ullrich Brosziewski, der Vizepräsident des BKWK.

 

Der Verband sei überzeugt, dass diese Perspektive Grundlage für die im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD angekündigte Weiterentwicklung der KWK-Politik sein sollte.