Lampentausch spart Energie und Kosten

Energieagentur NRW berät Betriebe bei der Hallenbeleuchtung

Der Austausch herkömmlicher Glühlampen durch Energiesparlampen reduziert den Energieverbrauch um 80 %. Wie sieht es bei der Beleuchtung von Hallen und großen Räumen aus? Hier steckt in den meisten Fällen enormes Einsparpotenzial.

30. Dezember 2004

Beleuchtungsanlagen tragen meist mit 10 bis 20 % zu den Energiekosten im Gewerbe bei. Sie bieten im kommunalen, gewerblichen und industriellen Bereich viele Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung und Kostensenkung. Maßnahmen mit Amortisationszeiten unter ein bis zwei Jahren sind durchaus machbar.

Exemplarisch für viele Unternehmen, die ihre Beleuchtungsanlage erneuert haben, ist hier ein Automobilzulieferbetrieb im Sauerland genannt, der von der Energieagentur NRW, Wuppertal, beraten wurde: In der Halle waren 1.000 Standard-Leuchtstoffröhren mit konventionellen Vorschaltgeräten installiert. Messungen der Beleuchtungsstärke offenbarten an etlichen Stellen zu geringe Werte. Die Anlage war während der gesamten Betriebszeit eingeschaltet, obwohl der Einfall von Tageslicht in die Hallen nicht unerheblich war.

Obwohl man die Anzahl der Leuchtstoffröhren auf 750 reduzierte, werden die Arbeitstättenrichtlinien erfüllt. Dies wurde durch Dreibandenleuchtstoffröhren mit elektronischem Vorschaltgerät (EVG) in Kombination mit Reflektoren erreicht. Eine tageslichtabhängige Steuerung komplettiert die Anlage. Die Neuerungen führten bei den Energie- und Instandhaltungskosten zu Einsparungen von 5.000 bis 6.000 € jährlich.

Eine Aussage über die Effizienz einer Lampe liefert die Lichtausbeute in Lumen pro Watt. Bei einem Vergleich lässt sich leicht erkennen, dass die effektivste Umsetzung von elektrischer Energie in Licht in Natriumdampflampen erfolgt. Deren schlechte Farbwiedergabe beschränkt ihren Einsatz jedoch auf die Außenbeleuchtung und auf Hallenbereiche, wo dies keine Rolle spielt. Bei der Beleuchtung großer Hallen finden häufig Quecksilberdampf-Hochdrucklampen Verwendung. Diese sollten durch die moderneren Halogen-Metalldampflampen ersetzt werden, die eine um etwa 50 % höhere Lichtausbeute und eine bessere Farbwiedergabe besitzen.

Der größte Teil der Beleuchtungsanlagen im gewerblichen Bereich ist mit Leuchtstofflampen bestückt. Sie werden in niedrigen Hallen bis ungefähr 6 m Raumhöhe, in Büros, Schulungsräumen und Korridoren eingesetzt und zeichnen sich durch hohe Effizienz, lange Lebensdauer und gute bis sehr gute Farbwiedergabe aus. Gängig sind die Größen T12, T8 und T5 mit Durchmessern von 36, 26 und 16 mm. T12-Leuchstoffröhren sollten, mit Ausnahme von Einzelanwendungen wie in der Außenbeleuchtung, nicht mehr verwendet werden. Durch den Einsatz von T8-Leuchtstoffröhren in Standardausführung lassen sich bereits 10 % Energie einsparen.

Der Austausch von T8-Leuchtstoffröhren mit konventionellem durch T8-Dreibanden-Leuchtstoffröhren mit elektronischem Vorschaltgerät führt zu einer weiteren Energieersparnis von 20 bis 25 %. Eine Steigerung der Lampenlebensdauer auf bis zu 20.000 Stunden ist möglich. Zudem verbessert sich die Farbwiedergabe. Eine Verlängerung der Lebensdauer lässt sich auch durch einen elektronischen Starter erreichen.

Durch moderne T5-Leuchtstoffröhren sind laut Herstellerangabe 24.000 Stunden Einsatzdauer bei fast konstantem Lichtstrom erreichbar. T5-Röhren werden generell mit EVG betrieben. Zu beachten ist, dass ihre Bauform kürzer ist, als die von T12- oder T8-Röhren. Einige Hersteller bieten Adapter an. Somit ist ein Austausch in bestehenden Leuchten möglich.

Ein weiterer Augenmerk sollte auf die Leuchten gerichtet sein: Eine frei aufgehängte Lampe bewirkt, dass nur ein Teil des Lichtes auf die zu erhellenden Flächen trifft. Der Einsatz von nachrüst- und aufsteckbaren Reflektoren kann hier zu einer erheblichen Verbesserung führen. Das Licht wird gezielt in die Aufenthaltsbereiche gelenkt und ermöglicht insbesondere bei doppelflammigen Leuchten eine Halbierung der Lampenzahl. Einbauleuchten mit opaler Abdeckung haben Wirkungsgrade von nur 50 %. Der Ersatz durch Parabol-Spiegelraster-Leuchten führt zu einer Steigerung auf gut 70 %.

Mittels Lichtregelung und -steuerung lassen sich selbst in einer optimierten Beleuchtungsanlage noch bis zu 50 % Energie einsparen. Häufig ist das Licht in Bereichen eingeschaltet, in denen sich niemand mehr aufhält. Mit Zeitschaltuhren lassen sich Bereiche in den Betriebsruhezeiten gezielt abschalten. In wenig frequentierten Räumen kann der Einsatz von Bewegungsmeldern das Licht bei Bedarf an- oder abschalten.

Das Sonnenlicht lässt sich durch eine vom Tageslicht abhängige Beleuchtungsteuerung Gewinn bringend in die Anlage einbinden. Stufenloses Dimmen der Lampen spart Energie. Die Energieeinsparung pendelt gegenüber einer ungeregelten Anlage zwischen 5 % bei Maximal- und bis zu 40 % bei Minimallicht. Neben diesen technischen Maßnahmen kann eine helle Umgebungsflächen zu einer Verbesserung des Beleuchtungswirkungsgrades führen.

Erschienen in Ausgabe: 11/2003