LED-Projekt in Hannover

Fast jede Stadt merkt schnell: Auf dem LED-Markt sind Technik- und Systemvielfalt fast unüberschaubar. Gemeinsam mit der Fachhochschule Bielefeld, die an einem bundesweiten Untersuchungsprojekt zum Thema LED beteiligt ist, hat enercity einen Kriterienkatalog zur Auswahl von LED-Leuchten entwickelt.

23. Januar 2013

Darin ist klar festgelegt, wie eine LED-Leuchte beschaffen sein muss und welche technischen Kriterien sie erfüllen muss.

Die Kriterien des Auswahl- und Bewertungsverfahrens erstreckten sich auf vier Kategorien, die jeweils zu einem Viertel in die Gesamtbewertung einflossen: Erstens die Kategorie Konstruktion, Eigenschaften, Bauweise, Wartung und Instandsetzung, zum zweiten die Kategorie Lichtechnik, drittens der Preis und viertens die Gestaltung. Die Bewertung der einzelnen Modelle erfolgte nach einem gewichteten Punktesystem.

Die enercity-Stadtbeleuchtung hat sich seit 2009 mit LED-Testprojekten in Zusammenarbeit mit den Städten Hannover und Langenhagen intensiv mit der neuen Technik auseinandergesetzt. »Die Zeit des Experimentierens ist nun vorbei«, sagt Jörg Bressem, Leiter enercity-Stadtbeleuchtung, »denn auf Grundlage der gewonnenen Erfahrungen und sorgfältig entwickelter Auswahlkriterien haben wir mit der Landeshauptstadt Hannover die für den zukünftigen Stadtbeleuchtungsbetrieb besten LED-Leuchten für unser Stadtgebiet ermittelt.« Bei dem nun abgeschlossenen Verfahren haben sich 13 LED-Leuchtenhersteller mit insgesamt 30 Modellen beworben.

Bei den vorangegangenen LED-Projekten des Hannoveraner EVU wurde schnell klar, dass es neben der Energieeinsparung, der Lichtwirkung und dem Preis noch ein weiteres wichtiges Kriterium gibt – die Reparatur- und Wartungsfreundlichkeit. Die Stadtbeleuchtung hat deshalb sämtliche LED-Modelle der Musterprojekte und des Auswahlverfahrens zerlegt, um beispielsweise den Montageaufwand zu ermitteln: Wie schnell, mit welcher Arbeitszeit lassen sich die LED-Module und Treiber (interne Steuerungsgeräte) wechseln und geht das beim Reparatureinsatz draußen, oftmals bei Wind und Wetter, überhaupt? Denn die effiziente Austauschbarkeit bei Defekten muss für einen zukünftigen Dauerbetrieb gewährleistet sein.

Für die Betrachtung von Konstruktions- und Betriebseigenschaften (Bewertung Kategorie A) wurde eine Reihe spezifischer Anforderungen entwickelt. Dies umfasste Bedingungen, die eigentlich jeder Kunde fordern sollte (Prüfzeichen, Vorliegen technischer Angaben), technische Muss-Kriterien, die Hannover verlangt (Dimmbarkeit, Wechselbarkeit der LED und anderer Bauteile, 25 Jahre Ersatzteilliefergarantie), technische Kann-Kriterien (Zusatzvorteile wie Lieferbarkeit unterschiedlicher Farbtemperaturen) und variable Kriterien (etwa in Tests ermittelter Zeitaufwand für das Wechseln der LED und anderer Bauteile).

Neben den stark differenzierten Technikanforderungen wurden die 13 Fabrikate auch anhand bereits gängiger Kriterien professioneller Stadtbeleuchtung beurteilt. Maßgeblich waren hierbei die Beschaffungskosten (unterschieden nach drei Preisklassen), die Energiebilanz und lichttechnische Eigenschaften (zum Beispiel universelle Einsetzbarkeit für sämtliche Wohnstraßenquerschnitte) sowie die Gestaltung der Leuchten und die Lichtwirkung im öffentlichen Raum.