Leuchtturmprojekt Großverbraucher-Pool für Regelenergie

Spektrum

Um die Stromversorgung sicherstellen zu können, müssen die Stromproduktion und der Stromverbrauch jederzeit im Gleichgewicht gehalten werden.

24. Juli 2014

Das ist eine große Herausforderung, insbesondere mit zunehmender Solar- und Windenergie. Müllverbrennungsanlagen (MVA), Kläranlagen und Wasserversorgungen verfügen über ein bedeutendes Potenzial, um einen Ausgleich mit Lastverschiebungen herzustellen. In der Schweiz startete im Juni ein Leuchtturmprojekt, um die Machbarkeit an konkreten Anlagen zu untersuchen und die Abgabe der Regelenergie an das nationale Stromnetz von mehreren Anlagen über ein Pooling umzusetzen.

In einer Forschungsarbeit wurde nach Angaben des Vereins Infrawatt aufgezeigt, dass MVA, Kläranlagen und Wasserversorgungen über ein bedeutendes Potenzial zur Lastverschiebung verfügen. Bei Kläranlagen können die Blockheizkraftwerke früher oder später eingeschaltet werden und bei Wasserversorgungen können die großen Pumpen ebenfalls zeitlich so betrieben werden, dass die Reservoire immer rechtzeitig gefüllt sind, ohne dass der Betrieb dieser Anlagen beeinträchtigt wird.

Bei mehreren MVA wird laut Infrawatt eine solche Lastverschiebung bereits heute kommerziell realisiert, indem die Stromproduktion in gewissen Zeiten auf Abruf gedrosselt wird.

www.infrawatt.ch

Erschienen in Ausgabe: 06/2014