Lithium-Ionen-Speicher am KraftwerkVölklingen-Fenne im kommerziellen Betrieb

Der im Rahmen des Forschungsprojekts Lithium-Elektrizitäts-Speicher-System, kurz LESSY, entwickelte Großbatteriespeicher hat seinen kommerziellen Betrieb im Steag-Kraftwerk Völklingen-Fenne aufgenommen. Nach Zulassung durch den Übertragungsnetzbetreiber Amprion bietet Steag den Speicher nun am Markt für Primärregelleistung an.

06. Juni 2014

Die Funktion des Speichers besteht darin, als Puffer zu agieren, wenn mehr oder wenn weniger Energie erzeugt als verbraucht wird.Um eine Erlaubnis zur Marktteilnahme - die sogenannte Präqualifikation - zu erhalten, musste nachgewiesen werden, dass die Anlage die für Primärregelleistung geltenden Anforderungen vollständig erfüllt.

Durch Messungen wurde zudem gezeigt, dass der Speicher auf sprunghafte Leistungsvorgaben schneller und genauer reagieren kann als gefordert, teilte Steag weiter mit. »LESSY ist damit bundesweit einer der ersten Lithium-Ionen-Batteriespeicher, der für die Netzstabilisierung zugelassen wurde«, so Steag-Projektleiter Christian Breuer.

Die Aufnahme des kommerziellen Betriebes erfolgte kurz nach dem Abschluss des Forschungsprojektes. Der Speicher wird auch nach Projektende betrieben und für weiterführende Forschungs- und Entwicklungsarbeiten verwendet.

Der in einem Seecontainer untergebrachte Speicher trägt zur Netzstabilisierung bei. Der Großbatteriespeicher ist dafür ausgelegt, innerhalb von wenigen Sekunden eine Leistung von 1 MW zu speichern oder abzugeben. Er besitzt eine Speicherkapazität von bis zu 670 kWh - dies entspricht dem Stromverbrauch eines durchschnittlichen Dreipersonenhaushaltes in zwei Monaten.

Der Koordinator des Gesamtprojektes und Projektleiter seitens Evonik Industries Dr. Dennis Gamrad erklärte zum Abschluss des Projektes: »In diesem Projekt wurde wichtige Pionierarbeit geleistet, insbesondere hinsichtlich der Untersuchung beziehnungsweise des Nachweises von technischer und wirtschaftlicher Machbarkeit von Großbatteriespeichern zur Netzstabilisierung.« Darüber hinaus wurde parallel zum Projekt nachgewiesen, dass durch den Einsatz von energieeffizienten Großbatteriespeichern CO2-Emissionen reduziert werden können.

An dem im Februar 2009 gestarteten und nun abgeschlossenen Forschungsprojekt waren neben Evonik Industries und Steag Power Saar die Unternehmen Li-Tec Battery, Digatron Power Electronics, die Institute Next Energy - EWE-Forschungszentrum für Energietechnologie und Power Engineering Saar sowie die Universität Münster beteiligt. Die Projektkoordination lag bei der Creavis, der strategischen Innovationseinheit von Evonik.

Der Großbatteriespeicher wurde im Rahmen einer vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Innovationsallianz entwickelt. Hierbei betrachteten die Forscher die gesamte Wertschöpfungskette von den Materialien der Batteriezellen bis hin zur konkreten Anwendung der Netzstabilisierung.