Erdgas

LNG für Deutschland

Uniper forciert das Engagement im deutschen LNG-Markt. Jetzt schloss das Unternehmen einen Vorvertrag zur Buchung von Regasifizierungskapazität im FSRU-Projekt Wilhelmshaven.

05. Februar 2019
LNG für Deutschland
(Bild: Uniper SE)

Uniper SE und Exxon-Mobil Gas Marketing Europe Limited haben einen Vorvertrag über die langfristige Buchung eines erheblichen Teils der Regasifizierungskapazitätendes FSRU-Projekts in Wilhelmshaven abgeschlossen, heißt es in einer Mitteilung. Die Parteien werden ihre Gespräche in den kommenden Monaten fortsetzen, um bald verbindliche Verträge abzuschließen.

Keith Martin, Chief Commercial Officer von Uniper SE, sagt: »Dieser Vorvertrag ist ein wichtiger Schritt hin zur Verwirklichung des des FSRU-Projekts in Wilhelmshaven. Die FSRU wird LNG-Unternehmen aus den USA, aber auch aus anderen Ländern die Möglichkeit bieten, LNG in den deutschen und europäischen Markt zu liefern. Dies erhöht die Versorgungssicherheit der Kunden zu wettbewerbsfähigen Preisen. Die FSRU-Technologie ermöglicht es uns, das Projekt schnell und auf die wirtschaftlichste Weise umzusetzen.«

Standort Tiefwasserhafen

Uniper plant die FSRU an ihrem Standort in Wilhelmshaven zu realisieren. Sie soll über eine Ausspeisekapazität von zehn Milliarden Kubikmetern pro Jahr und eine LNG-Speicherkapazität von rund 263.000 Kubikmetern verfügen, so das Unternehmen. Betriebsbeginn könnte im zweiten Halbjahr 2022 sein.

Das Projekt profitiere vom bestehenden Standort in Wilhelmshaven, wo bereits die erforderliche Infrastruktur vorhanden ist. Wilhelmshaven ist der einzige deutsche Tiefwasserhafen und kann ohne Einschränkungen durch die Gezeiten erreicht werden. Außerdem unterstütze die günstige Lage Wilhelmshavens zur bestehenden Pipeline- und Gasspeicherinfrastruktur die Realisierung des Projekts, heißt es weiter.

Uniper strebt nach eigener Aussage an, mehrere langfristige Kapazitätsbucher für das Projekt zu gewinnen. Hierzu werden bereits Gespräche mit weiteren Unternehmen geführt, die Interesse an der Regasifizierungskapazität der Anlage bekundet haben.

Die Weltmeere werden es danken

Während Uniper das LNG aufbereiten und ins Erdgasnetz einspeisen will, um den deutschen Markt zu bedienen, gewinnt der Energieträger auch in der Schifffahrt an Bedeutung.

LNG gilt als umweltfreundliche Alternative zu den verwendeten Treibstoffen auf Schwerölbasis in der Binnen- und Hochseeschifffahrt. Prominentes Beispiel ist die Aida nova, die im vergangenen Dezember auf Jungfernfahrt ging.

Das Kreuzfahrtschiff ist mit einem Hybridantrieb ausgerüstet, der neben LNG auch Marine-Diesel nutzt. Der Diesel wird stets an Bord mitgeführt – als Reserve bei einem Ausfall des LNG-Systems und zum Starten der vier Motoren.