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LNG für Deutschland

Axpo und German LNG Terminal haben ein Heads of Agreement über einen langfristigen Kapazitätsvertrag für ein geplantes LNG-Terminal in Brunsbüttel unterzeichnet. Es wäre das erste seiner Art in Deutschland.

09. Mai 2019
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(Bild: Mike Mareen – stock.adobe.com)

Bislang muss LNG unter anderem von Rotterdam aus nach Deutschland transportiert werden.

»Axpo ist seit neun Jahren auf den weltweiten LNG-Märkten tätig und bietet maßgeschneiderte physische LNG-Versorgungs- und Absicherungslösungen an«, so Domenico De Luca, Mitglied der Konzernleitung der Axpo Gruppe. »Unser LNG-Geschäft ist für uns eines der wichtigsten strategischen Wachstumsfelder: Aufgrund der mittelfristig absehbaren Stilllegung zahlreicher Kohlekraftwerke ist davon auszugehen, dass LNG als Energieträger weiter an Bedeutung gewinnt und seinen Marktanteil in Europa steigern kann. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit German LNG Terminal die Lieferung von LNG an unsere Kunden weiter zu optimieren.«

Zu den Dienstleistungen von Axpo im LNG-Bereich gehören die physische LNG-Versorgung, Umleitungsrechte, Gewinnbeteiligung, Finanzprodukte zur Absicherung, Stornierungsoptionen sowie der Zugang zu den wichtigsten internationalen Handelsplätzen. Das wachsende LNG-Portfolio von Axpo umfasst den Angaben zufolge neben langfristigen Erdgaslieferungen auch einen Anteil von 5% an der Trans Adriatic Pipeline sowie Vertriebskunäle in den meisten europäischen Ländern.

Über German LNG Terminal

Die German LNG Terminal GmbH mit Sitz in Brunsbüttel ist ein Joint Venture der niederländischen Unternehmen Gasunie LNG Holding B.V., Vopak LNG Holding B.V. sowie der Oiltanking GmbH, einem Tochterunternehmen der Marquard & Bahls AG, Hamburg. Nach Unternehmensangaben schreiten die Vorarbeiten für das Genehmigungsverfahren des Terminalprojektes voran. Noch im Frühjahr 2019 soll die Genehmigung beantragt werden, heißt es in einer Unternehmensmitteilung.

Baubeginn eventuell 2020

Für Ende 2019 ist die Investitionsentscheidung vorgesehen. »Der Bau könnte dann 2020, wenn die notwendigen Genehmigungen vorliegen, beginnen, so dass das Terminal voraussichtlich Ende 2022 in Betrieb gehen kann«, so German LNG Terminal.

Das Terminal wird zur Energiediversifizierung in Deutschland beitragen sowie die Einführung von LNG als nachhaltigere Kraftstoffalternative für den Schiffs- und Schwerlastverkehr unterstützen, wodurch die Umweltbelastung beider Sektoren reduziert wird.

Das Terminal wird eine Reihe von Dienstleistungen bereitstellen: das Be- und Entladen von LNG-Carrier, die temporäre Speicherung von LNG, die Regasifizierung, die Einspeisung ins deutsche Erdgasnetz und die Distribution durch Tankkraftwagen und möglicherweise LNG-Kesselwagen.

Dynamik im deutschen Markt

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