Lobby für ›saubere Kohle‹

Iinitiative In Berlin haben sieben Unternehmen das ›Informationszentrum klimafreundliches Kohlekraftwerk‹ (iz Klima) ins Leben gerufen.

31. August 2007

»Wir gehen davon aus, dass die zurzeit in Deutschland und international geplanten Pilotprojekte zeigen werden, dass die Abtrennung und Speicherung von CO2 im Kraftwerksprozess technisch möglich ist und die Technik ab 2020 Marktreife erlangen kann. Mit dem ›iz Klima‹ wollen wir die Potenziale und Chancen dieser Technologie öffentlich breiter bekannt machen«, sagt Klaus von Trotha, der Vorstandsvorsitzende des neuen Informationszentrums.

Mehrere Unternehmen, die in der Entwicklung effizienter Kraftwerke und einer Technologie für sogenannte CO2-freie Kraftwerke engagiert sind, haben sich dazu entschlossen die Information der Öffentlichkeit rund um klimafreundliche Kraftwerke zu fördern. Auch die Kosten der CO2-Vermeidung werden hierbei thematisiert. Von Trotha geht davon aus, dass effiziente CO2-freie Kraftwerke einen entscheidenden Beitrag zur Bekämpfung des globalen Klimawandels leisten können und gleichzeitig eine verlässliche, wirtschaftliche und ökologische Energieversorgung möglich machen.

Der weltweit wachsende »Energiehunger «, besonders in Wachstumsländern wie China und Indien, habe laut von Trotha den Startschuss für den globalen Wettbewerb um die begrenzten Energieressourcen der Welt gegeben. Die ›Carbon Capture and Storage‹-Technologie - in der deutschsprachigen Diskussion auch CO2-Sequestrierung genannt - biete die Chance, die heimische Versorgungssicherheit zu gewährleisten und Deutschlands Vorreiterrolle beim Klimaschutz weiter auszubauen.

Sicherung der Führungsrolle

Nach der erfolgreichen Pilotphase könnte ein weltweiter Einsatz CO2-freier Kraftwerke, bei denen CO2 zwar noch entsteht, aber abgeschieden und entsprechend gelagert wird, den CO2-Ausstoß erheblich verringern. Deutschland werde so die führende Rolle bei Entwicklung und Export modernster und effizienter Klimaschutztechnologie gesichert.

Mit einem Anteil von rund 40 % ist Kohle schon heute einer der wichtigsten Energieträger für die weltweite Stromproduktion. Da Kohlevorkommen weltweit verbreitet und noch viele Jahre verfügbar sein werden, gehen Experten davon aus, dass der Kohleanteil an der Stromerzeugung in den kommenden Jahren weiter steigen wird.

Ursächlich dafür ist die rasant wachsende Energienachfrage in den Schwellenländern: »China und Indien werden ihre Kohlevorkommen zweifelsfrei zur Energiegewinnung nutzen.«

»Die entscheidende Frage wird sein, ob dafür in Deutschland entwickelte, moderne und klimafreundliche Kohlekraftwerke zur Verfügung stehen«, erläutert Dr. Ottmar Edenhofer, Chefökonom am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und Mitglied im Beirat des ›iz Klima‹.

»Die Abscheidung und Speicherung von CO2 hat ein großes Klimaschutzpotenzial, insbesondere wenn auf diese Weise alte Anlagen durch saubere, moderne Anlagen ersetzt oder nachgerüstet werden können«, betont Edenhofer.

Erschienen in Ausgabe: 09/2007