Luftpost im 21. Jahrhundert

Was muss geschehen, damit Lufttaxis oder Paketdrohnen sicher im Luftraum über Städten integriert sind? Jetzt hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) nach eigenen Angaben das weltweit erste Konzept entwickelt.

09. Januar 2018

 

Paketdrohnen und Lufttaxis in Städten sind keine reine Science Fiction mehr. Die technische Entwicklung solcher Fluggeräte schreitet rasant voran, was zukünftig das Luftverkehrsmanagement in Großstädten und allgemein im unkontrollierten Luftraum bis 762 Meter Höhe vor große Herausforderungen stellt.

 

Hier setze das neue Konzept, erschienen als Blueprint Concept for Urban Airspace Integration, an, so das DLR.

 

Kern des Konzepts ist eine flexible Bewertung jedes einzelnen Fluggeräts nach technischer Ausstattung und Größe, so das DLR.

 

Luftfahrzeug als mehrdimensionales Polygon

 

Die flexible Zuordnung technischer und fliegerischer Eigenschaften funktioniert im Konzept jeweils ganz plastisch über virtuelle mehrdimensionale Polygone, anhand derer jedes Luftfahrzeug individuell dargestellt wird.

 

Risikominimierte Flugbahn

 

„Der Luftraum über urbanen Gebieten ist sehr sensibel“, erklärt Prof. Dr. Dirk Kügler, Leiter des DLR-Instituts für Flugführung.

 

„Es gibt viel kritische Infrastruktur und sensible Orte, die nur eingeschränkt oder gar nicht überflogen werden dürfen, weshalb es sehr wichtig ist, allen Fluggeräten eine risikominimierte Flugbahn zuzuweisen.“

 

Das soll im zukünftigen bodennahen Luftraum, dem sogenannten U-Space, laut Konzept über einen zentralen U-Space-Service geschehen.

 

Fluggeräte, die sich vor dem Flug anmelden, erhalten über diesen Service eine vorab umfassend simulierte und risikominimierte Flugbahn im Kontext der bereits fliegenden Luftverkehrsteilnehmer zugewiesen.

 

Kritische Bereiche am Boden, beispielsweise mit großen Menschenansammlungen, werden vermieden.

 

Daraus ergibt sich eine Flugroute mit möglichst kleinen Abweichungen zur Idealverbindung, die dem Piloten im Cockpit oder dem verantwortlichen Luftfahrzeugführer bei unbemannten Fluggeräten am Boden zugewiesen wird.

 

„Durch die umfassenden Berechnungen vorab, sorgt die zentrale Steuerung im U-Space dafür, dass Kollisionen gar nicht erst zustande kommen“, so das DLR.