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Mäßiges Interesse an Wind-Ausschreibung

Dem deutschen Markt für Windenergie an Land fehlt es weiterhin an Dynamik. Das zeigt die jüngste BNetzA-Ausschreibung.

25. Februar 2019
Repoweringprojekt in Simonsberg, Schleswig-Holstein
(Bild: BWE/Tim Riediger)

»Das Wettbewerbsniveau für die erste Ausschreibung für Windenergieanlagen an Land des Jahres 2019 war erwartungsgemäß niedrig und setzte den bereits über mehrere Runden beobachteten Trend fort«, heißt es in einer Mitteilung der Bundesnetzagentur.

Mitte Februar hatte die Bundesbehörde die Zuschläge der Ausschreibungen für Windenergie an Land sowie für Solarenergie zum Gebotstermin 1. Februar 2019 erteilt.

Windenergieanlagen an Land

Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur: »Die erneute deutliche Unterzeichnung von 30 Prozent verfolgen wir mit Sorge. Gemeinsam mit der Branche und den zuständigen Behörden muss an Lösungsansätzen hinsichtlich der Genehmigungssituation gearbeitet werden.«

Bei einer ausgeschriebenen Menge von 700 Megawatt wurden nur 72 Gebote mit einem Volumen von 499 Megawatt eingereicht.

67 Gebote mit einem Volumen von 476 Megawatt erhielten einen Zuschlag. Elf Zuschläge gingen an Bürgerenergiegesellschaften.

Regionale Verteilung

Regional betrachtet, verteilten sich die Zuschläge mehrheitlich auf Gebote in Niedersachsen und in Brandenburg (jeweils 18), sowie in Nordrhein-Westfalen (12). In dieser Runde konnten jeweils zwei Gebote für Windstandorte in Bayern und in Baden-Württemberg bezuschlagt werden.

Die Gebotswerte der bezuschlagten Gebote reichten von 5,24 ct/kWh bis 6,20 ct/kWh. Der durchschnittliche Zuschlagswert liegt bei 6,11 ct/kWh. Das Netzausbaugebiet hatte in dieser Ausschreibung erneut keine Auswirkungen auf die Zuschlagsentscheidungen.

»Folgen des Fehlstarts von 2017«

»Der Ausbau der Windenergie an Land hat sich vom Fehlstart der Ausschreibungen in 2017 noch nicht erholt«, so Hermann Albers, Präsident Bundesverband Windenergie (BWE).

Nach seinen Worten leisten Ausschreibungen keinen ausreichenden Beitrag mehr, um den Zubau geordnet und planmäßig abzusichern.

»Erforderlich ist ein deutlicher Schub bei den Flächenausweisungen und in der Genehmigungspraxis. Nur dann lässt sich das bereitstehende Volumen signifikant erhöhen. Bund, Länder und Branche haben in der Fachagentur Wind an Land bereits die Ursache der schleppenden Genehmigungen analysiert. Jetzt gilt es erkannte Ursachen abzustellen«, so Albers.

Ausschreibung für Solaranlagen

Im Rahmen der ersten Solarausschreibung des Jahres 2019 wurden 80 Gebote mit einem Leistungsumfang von 465 Megawatt abgegeben. Damit war die ausgeschriebene Menge von 175 Megawatt zirka zweieinhalbfach überzeichnet.

Insgesamt erteilte die Bundesnetzagentur 24 Zuschläge für eine zu errichtende Solarleistung von 178 Megawatt.

Regionale Verteilung

Die Zuschläge gingen mehrheitlich an Bieter mit Geboten in Bayern (22) und dort insbesondere an Bieter, die Gebote für Freiflächenanlagen auf Ackerflächen (21) abgegeben haben. Damit ist das jährlich begrenzte bayerische Ackerflächenkontingent bereits nach der ersten Solarausschreibung des Jahres zu 70 Prozent aufgebraucht.

»Die hohe Zuschlagsquote für Gebote auf Ackerflächen in Bayern verdeutlicht die ungleiche Wettbewerbsfähigkeit von Solarflächen«, so Homann.

Die im Gebotspreisverfahren ermittelten Zuschläge lagen zwischen 4,11 ct/kWh und 5,18 ct/kWh (Vorrunde 3,86 bis 5,15 ct/kWh) und der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert betrug 4,80 ct/kWh (Vorrunde 4,69 ct/kWh).

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