Marktführerschaft angestrebt

MVV Energie AG setzt auf Sonne, Wind und Biomasse

Das Energieunternehmen MVV Energie AG möchte zu einem europäischen Marktführer im Bereich erneuerbare Energien werden. Einen ersten Schritt in diese Richtung machen die Mannheimer mit dem Bau von Biomasse-Kraftwerken.

21. Januar 2003

Die MVV Energie AG will noch in diesem Jahr seine Aktivitäten im Bereich der erneuerbaren Energien in einem eigenen Geschäftsbereich zusammenfassen. Das kündigte MVV-Vorstandsmitglied Dr. Werner Dub an. Gleichzeitig soll das Engagement bei der Nutzung von Biomasse und Windenergie sowie Solarenergie deutlich ausgeweitet werden. Dr. Dub selbstbewusst: „Die MVV Energie AG wird schon in wenigen Jahren zu einem der bedeutendsten europäischen Unternehmen bei den erneuerbaren Energien gehören.“

Technischer Leiter des neuen Geschäftsbereichs wird Dr. Matthias Eichelbrönner, der nach seiner Tätigkeit beim Forum für Zukunftsenergien e.V. und der Bundesinitiative Bioenergie seit zwei Jahren bei der MVV Energie AG und hier für den Aufbau der neuen Sparte verantwortlich ist. Dr. Eichelbrönner gehört zudem auch dem Vorstand der Bundesinitiative Bioenergie an. Die kaufmännische Leitung des neuen Geschäftsbereich liegt bei Andreas Springer, einem Finanzierungsexperten, der beim Börsengang der MVV Energie AG im Jahr 1999 bereits eine tragende Rolle für das Mutterhaus einnahm.

Nach den Worten von Dr. Dub werden in den nächsten Monaten die Bauarbeiten für insgesamt vier Biomasse-Kraftwerke in Deutschland beginnen. Den Start macht die Reihe mit einem 20-MW-Kraftwerk in Königs Wusterhausen (südöstlich von Berlin). Die Gründungsarbeiten für das in Kooperation mit dem Holzlieferanten Alba AG geplante Kraftwerk, sind bereits in vollem Gang. Weitere Kraftwerke sollen in Hannover-Misburg, in Flörsheim-Wicker (zwischen Wiesbaden und Frankfurt) sowie in Mannheim entstehen.

Daneben baut die MVV Energie AG derzeit ein bestehendes Öl-Kraftwerk auf dem Gelände der Möbelfabrik Hukla zu einem modernen und umweltfreundlichen Biomasse-Heizkraftwerk um. Dr. Werner Dub: „Wir werden in den nächsten Jahren bis zu 255 Millionen Euro in neue Biomasse-Kraftwerke investieren und damit diesen Energieträger zu einem wichtigen Bestandteil unserer Strategie der dezentralen Energieversorgung entwickeln.“

Gleichzeitig will die MVV Energie AG die Windenergie europaweit ausbauen. Hier arbeitet die MVV mit dem Lübecker Windanlagenbauer DeWind AG, an dem die MVV selbst beteiligt ist, zusammen. Beide Unternehmen haben dafür bereits im Jahr 2000 mit der RED Project Management GmbH eine Projektgesellschaft zur Entwicklung von Windparks gegründet. Der Schwerpunkt der Aktivitäten liegt laut Dr. Eichelbrönner neben Deutschland auf Irland, Spanien, Frankreich und Polen. Die MVV-Gruppe habe Projekte mit mehreren hundert Megawatt „in der Pipeline“ und damit das Potenzial, einer der größten Windenergie-Erzeuger in Europa zu werden, sagt Eichelbrönner.

Auch bei der Photovoltaik steht die MVV Energie AG vor entscheidenden Weichenstellungen. So soll nach den Worten von Technik-Vorstand Dr. Dub noch im ersten Halbjahr die Entscheidung über den Standort einer eigenen Solarmodul-Produktion in Deutschland fallen. Die MVV Energie setzt auf die so genannte Dünnschicht-Technologie, die von ihrem amerikanischen Beteiligungsunternehmen Energy Photovoltaics Inc. (EPV) in Princeton/New Jersey zur Marktreife entwickelt wurde.

Erschienen in Ausgabe: 06/2002