Maximal-Bedarf bei hoher Einspeisung

Netzreserve

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat den Netzreservebedarf für die kommenden beiden Winterhalbjahre und für die Langfristperspektive 2019/2020 bestätigt. Für 2015/2016 beträgt der Bedarf demnach mindestens 6.700 MW, für 2016/2017 mindestens 6.600 MW.

26. Mai 2015

In den Wintern 2015/2016 und 2016/2017 kann sich der Reservebedarf nochmals um 1.100MW erhöhen in Abhängigkeit davon, welche Reservekraftwerke in den Interessenbekundungsverfahren der Übertragungsnetzbetreiber verpflichtet werden können, teilt die BNetzA weiter mit.

Für alle Betrachtungszeiträume kommt die Agentur zu dem Ergebnis, dass sich der maximale Bedarf an Reserveleistung in Situationen mit starker Windenergieeinspeisung und gleichzeitig hoher Nachfrage nach Strom einstellt. In der Dunkelflaute mit niedriger oder gar keiner Einspeisung von Windenergie- und Photovoltaikanlagen bedürfe es auch bei hoher Nachfrage keiner Reservekraftwerke.

Für das Jahr 2019/2020 beträgt der Reservebedarf 1.600MW. Der Rückgang liegt an einer auf europäischer Ebene diskutierten Einführung von Engpassmanagementverfahren zwischen dem deutschen und österreichischen Übertragungsnetz, so die BNetzA. Ohne die Einführung eines Engpassmanagements läge der Reservebedarf bei 6,1GW. Sollte erkennbar werden, dass kein Engpass zwischen Deutschland und Österreich bis 2019/2020 eingeführt wird, könne die erforderliche zusätzliche Reserveleistung nachkontrahiert werden.

Von einer Trendwende ab dem Jahr 2019/20 könne man nicht sprechen: Es könne aktuell nicht garantiert werden, dass bis da ein Engpassmanagement eingeführt ist. Zweitens könne sich der Reservebedarf auch dadurch wieder erhöhen, dass es zu weiteren Verzögerungen beim Netzausbau kommt.

Erschienen in Ausgabe: 05/2015