Mehr eigenen Solarstrom nutzen

Für Besitzer von neuen Photovoltaik (PV)-Anlagen lohnt es sich, den eigenen Solarstrom selbst zu nutzen. Technische Hilfsmittel können den Eigenverbrauch signifikant erhöhen. Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) hat nun ermittelt, welche Eigenverbrauchspotenziale Hausbesitzern mit Wärmepumpen und Batterien offen stehen.

22. Mai 2013

Bei kleineren Anlagen steige mit einer Wärmepumpe der selbst genutzte Solarstrom von 30% auf 45%. Wird zusätzlich eine Batterie installiert können 70% des Solarstroms selbst genutzt werden, so das ZSW. Größere Solaranlagen erlauben bei Speichernutzung ein noch ökologischeres Wohnen mit höheren absoluten Eigenverbrauchswerten. Die geringere Einspeisung entlaste das Netz und verringere die EEG-Förderkosten.

Eine vierköpfige Familie mit einer PV-Anlage, die 4.000 kWh Ökostrom pro Jahr erzeugt, kommt ohne Hilfsmittel auf einen Eigenverbrauch von 1.200 kWh, so das ZSW weiter. Das sind 30 %. Abweichungen um mehrere 100 kWh seien je nach Lebensgewohnheiten und Gerätenutzung möglich. »Die Eigennutzung verbessert die Amortisation der PV-Anlage, da die Differenz zwischen Einspeisevergütung und Strompreis dem Anlagenbesitzer zugutekommt«, so Jann Binder vom ZSW. Mit einer Wärmepumpe und einem thermischen Speicher steige der profitable Eigenverbrauch auf 1.800 kWh. Plus Batterie mit 5 kWh genutztem Energieinhalt seien es 2.800 kWh. Voraussetzung sei eine intelligente Steuerung der Wärmepumpe und eine optimierte Batteriebeladung.

Bei einer PV-Anlage, die 7.000 kWh liefert, können ohne Speicher bereits 1.400 kWh selbst genutzt werden. »Das sind 200 kWh mehr als bei der kleinen Anlage. Der prozentuale Anteil sinkt auf 20 Prozent, da die Eigennutzung nicht proportional zur Anlagengröße wächst«, so Binder. Mit einer Wärmepumpe verbessern die Bewohner den Verbrauch für eigene Zwecke auf 2.400 kWh. Mit einer zusätzlichen Batterie erhöht sich der Wert auf 3.500 kWh, 700 kWh mehr als im Fall der kleineren Anlage. Die Eigennutzung beträgt 50%.

Technische Hilfsmittel können laut ZSW den Eigenverbrauch signifikant erhöhen. Der Sonnenstrom fällt besonders mittags an, der Verbrauch entsteht vor allem aber abends. Thermische und elektrische Speicher überbrücken diese Zeitspanne. Gut geplante Wärmepumpen beheizen mit dem überschüssigen Solarstrom effizient einen Warmwasserspeicher, der Heizung, Bad und Küche versorgt. Eine weitere Möglichkeit zur Stromspeicherung bieten Batterien, für die es seit 1. Mai staatliche Zuschüsse gibt.