Mehr Ertrag aus Photovoltaik-Kraftwerken

ZSW entwickelt Nachführplattform in Leichtbauweise

22. Januar 2007

Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) hat eine Photovoltaik-Nachführplattform in extremer Leichtbauweise entwickelt. Die Anlage führt marktübliche Photovoltaik-Module einachsig der Sonne nach und ermöglicht so einen höheren Stromertrag. Die Neuentwicklung kommt mit geringem Materialeinsatz aus. Ein erstes Demonstrationsgerät ist im Frühjahr auf dem institutseigenen Solartestfeld Widderstall in Betrieb gegangen.

Die EU und das Land Baden-Württemberg haben das Projekt gefördert. „In den letzten Jahren werden ‚Solar-Tracker’ besonders bei Freiflächenanlagen immer beliebter, da sie eine größere Sonnenernte einfahren“, sagt ZSW-Projektleiter Fritz Klotz. „Typisch bei einachsigen Anlagen sind rund 25 %. Doch dieser Mehrertrag wird oft von den hohen Nachführkosten aufgefressen. Anders bei unserer Technik, die mit minimaler Struktur auskommt.“

Die Solarforscher haben das Tragwerk als Dreieck ausgebildet. Gegenüber der gängigen Rechteckform reduziert das bereits geometrisch den Materialeinsatz erheblich. Die Plattform ist selbsttragend und aus Aluminium. Das flächenspezifische Gewicht ohne Module beträgt rund 10 kg pro m². Vergleichbare konventionelle Anlagen wiegen bis zu 30 kg. Die Konstruktion hält Windgeschwindigkeiten bis zu 150 km/h stand. Die Nachführplattform wird vom ZSW auch für schwache Konzentratoren entwickelt. Hier beträgt das Gewicht nur 5 kg pro m2, da das Reflektortragprofil die Funktion des Unterbaus übernimmt. Die nächsten Schritte der ZSW-Forscher werden ein Leichtbau-Nachführsystem für Konzentratormodule mit bis zu 20-facher Konzentration sein.