Mehr Flexibilität ist das A und O

Überbetriebliches Lastmanagement kommt in deutschen Unternehmen bisher nur in Einzelfällen zum Einsatz. Der Arbeitskreis Lastmanagement der Deutschen Energieagentur empfiehlt ein umfassendes Paket zur systematischen Marktentwicklung von Lastmanagement für Politik und Marktakteure. Konkrete Vorschläge stehen in einem Arbeitspapier, das jetzt erschienen ist.

19. Februar 2015

Das Papier wurde gemeinsam mit Branchenverbänden, Vermarktern von flexiblen Lasten, Stromlieferanten und Netzbetreibern im Dena-Arbeitskreis Lastmanagement erarbeitet.

Die Experten empfehlen folgende Maßnahmen:

1. Unternehmen für die Möglichkeiten einer überbetrieblichen Vermarktung von flexiblen Lasten sensibilisieren

2. Potenzialprüfung für flexible Lasten im Rahmen von Energiemanagementsystemen sowie bei der Durchführung von Energieaudits in Unternehmen integrieren

3. Marktzugang für flexible Lasten erleichtern, zum Beispiel durch eine Anpassung der Regelenergieprodukte

4. Abschaltverordnung (AbLaV) prüfen und weiterentwickeln, um den Markt für flexible Lasten für einen breiteren Anbieterkreis zu öffnen und damit auch die Anwendbarkeit für den netzkritischen Süden Deutschlands zu verbessern

5. Prozesse und Standards entwickeln, die den Zugriff von Vermarktern flexibler Lasten auf die Bilanzkreise Dritter erleichtern

Lastmanagement steigert Versorgungssicherheit

Lastmanagement kann einen Beitrag zur Flexibilisierung des Stromsystems und damit zu Versorgungssicherheit und Systemstabilität leisten.

„Es muss sich aber noch zeigen, inwieweit bisher geschätzte, theoretische Potenziale tatsächlich erreicht werden können“, heißt es in einer Dena-Mitteilung.

Wie lässt es sich in die Produktion integrieren?

Denn es liegen auch verschiedene Hemmnisse vor: Wie zum Beispiel lässt sich Lastmanagement in komplexe und hocheffiziente Produktionsprozesse integrieren? Und auf welche Weise kann man die noch hohen Transaktionskosten senken?

Zur Klärung dieser Fragen werden in den Dena-Pilotprojekten Demand Side Management Bayern und Demand Side Management Baden-Württemberg derzeit Praxiserfahrungen gesammelt. Darauf aufbauend sollen Standards entwickelt werden.

Das Papier enthält weitere Empfehlungen und ist auf der Webseite des Dena-Projekts Effiziente Energiesysteme erhältlich