Mehrgleisig zum Erfolg...

Editorial

»Selten - war die Autoindustrie so uneinheitlich. Setzen die einen auf Wasserstoff, lassen die anderen jetzt endgültig die Finger davon.«

13. April 2010

Vor Kurzem hat BMW angekündigt, kein weiteres Geld in den Wasserstoffantrieb zu stecken. Auch bei Ford hat sich der Schwerpunkt der Forschung in Richtung Elektroauto verschoben. Aus der großen Schar der Automobilfirmen,die vorJahren noch in der Brennstoffzelle die Zukunft der Mobilität gesehen hat, sind vorwiegend zwei große übrig geblieben: Daimler und Honda. Auch bei VW arbeitet man noch daran.

Technologisch gibt es nicht nur Fortschritte bei Batterien. Das israelische Unternehmen Cellera hat hier kürzlich aufhorchen lassen. Das Start-up will in zwei Jahren eine platinfreie Brennstoffzelle auf den Markt bringen und die Kos-ten damit um 70 Prozent senken. Auch hierzulande forscht man an der Zukunft ohne Platin (Seite 12). Bis dahin scheint der Weg abernoch etwas weiter.

Werner Tillmetz vom ZSW sieht große Synergien von Brennstoffzelle und Batterie – nicht nur in der Anwendung, auch bei den F&E-Aktivitäten (Seite 10). Laut dem Kenner beider Technologien erfül-len reine Elektrofahrzeuge die heutigen Kundenwünsche nicht – insbesondere in puncto Reichweite. Vielleicht sind später doch diejenigen Firmen im Vorteil, die beides im Angebot haben.

Michael Nallinger

Erschienen in Ausgabe: 01/2010