Mein Stadtwerk

Stadtwerke bieten ihren Bürgern verschiedene Möglichkeiten, an der Energiewende teilzuhaben - sei es im Rahmen von Bürgerenergie oder direkter Beteiligung am Unternehmen. Zwei Beispiele dafür liefern Enercity und das Stadtwerk am See.

26. Juni 2017

„Wir bei Enercity gehen einen neuen Weg und bieten unseren Kunden mehr als Strom und Gas. Jene Kunden, die kein eigenes Dach haben, bekommen die Möglichkeit in Photovoltaik-Anlagen zu investieren", sagt Vorstandsvorsitzende Dr. Susanna Zapreva.

PV-Anlage über Nachrangdarlehen

„Bereits mit kleinen Beiträgen kann jeder Enercity-Kunde den lokalen Ausbau der erneuerbaren Energien ein gutes Stück voranbringen. Das Geld der Anleger fließt aktuell in eine neue Photovoltaikanlage in Herrenhausen und weitere Projekte werden folgen."

Bei der Anlage handelt es sich laut den Hannoveranern um ein qualifiziertes Nachrangdarlehen. Ein Anleger durfte maximal drei Anteile für insgesamt 1.500 Euro zeichnen. Die Laufzeit beträgt acht Jahre, die Ausschüttung erfolgt jährlich. Die Rendite beträgt für Enercity-Stromkunden 2,15 Prozent. Nach dem Ende der Laufzeit wird der Darlehensbetrag zurückgezahlt.

Ab dem 10. Juni konnten die Bürger in das sogenannte Bürgerkraftwerk investieren. Am 14. Juni war es vollständig gezeichnet, so das Stadtwerk. Insgesamt 210 Enercity-Kunden haben 300.000 Euro in die neue Photovoltaik-Anlage am Kraftwerk Herrenhausen investiert.

Das Projekt soll laut dem Energieversorger noch Mitte des Jahres in Betrieb gehen.

Teilhabe am Unternehmen

Das Stadtwerk am See bot den Bürgern dagegen die direkte finanzielle Teilhabe am Unternehmen. Schon im November 2016 ermöglichte das EVU die Zeichnung von Genussrechten.

Bürger und Unternehmen konnten bis Mitte Mai eine Beteiligung am Stadtwerk zwischen 1.000 und 199.000 Euro zeichnen, so das Stadtwerk. Das Geld liegt mindestens sieben Jahre fest und wird verzinst: Energiekunden des Stadtwerks – und solche, die es werden – erhalten jährlich 2,7 Prozent, Nichtkunden 2,0 Prozent.

Rund 700 Anleger hatten Ende April die Bürgerbeteiligung des Stadtwerks gezeichnet. Mit rund acht Millionen Euro haben sich bis dahin die Anleger am Stadtwerk beteiligt. Die meisten Anleger sind Stadtwerk-Kunden aus der Region. Auch Banken seien an der Beteiligung interessiert gewesen, so das EVU.

Worauf zu achten ist

Der VKU hat eine Broschüre zum Thema Bürgerbeteiligungsmodelle für Stadtwerke herausgegeben. Dort wird unter anderem beschrieben, worauf man achten sollte, damit die Beteiligung auch zum Erfolg führt. Energiespektrum berichtet in seiner März-Ausgabe darüber.