Menschen statt Güter

Management - Effizienz

Kommunen - Das Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs in Freiburg wird bis 2020 zu einem Innenstadtteil mit kurzen Wegen umgebaut. Wärme und Strom werden vor Ort erzeugt.

04. Februar 2016

Grundstücks- und Objektentwickler stehen heute vor der Herausforderung, steigenden energetischen Standards wie zum Beispiel der EnEV 2016 gerecht werden zu müssen. Die Antwort darauf sind unterschiedliche, technisch immer komplexer werdende Energieversorgungslösungen. Der Preis aber sind die damit einhergehenden steigenden Kosten.

Der Hamburger Energiedienstleister Urbana bietet nach eigenen Angaben seinen Kunden Möglichkeiten, diese Herausforderungen sowohl technisch als auch wirtschaftlich erfolgreich zu meistern. »Ein Vorzeigebeispiel für erfolgreiche Quartiersversorgung ist die Fernwärmeversorgung des alten Güterbahnhofs Nord in Freiburg, das in Zukunft über ein Erdgas-Blockheizkraftwerk der Urbana aus Kraft-Wärme-Kopplung mit umweltschonender Fernwärme versorgt wird«, so das Unternehmen.

Inbetriebnahme ab dem Frühjahr

Im Auftrag der Aurelis Real Estate und Investoren konzipierte der Hamburger Dienstleister die Energieversorgung zweier Teilabschnitte des rund 40 Hektar großen Geländes neu. Sie werden in Zukunft über BHKW mit Wärme versorgt, optional auch mit Strom.

Die Inbetriebnahme der neuen Technik inklusive des Nahwärmenetzes mit einer Länge von 3,5km soll im Frühjahr beginnen. Die BHKW bestehen aus KWK-Aggregaten mit einer thermischen Leistung von 914kW beziehungsweise 500kW sowie einem Brennwertkessel mit 4.000kW. Damit können rund 60% der Jahreswärmemenge von 10GWh mit KWK gedeckt werden. Bis 2020 entstehen auf dem alten Bahngelände 70 neue Häuser mit Wohnungen und Büros. Mit dem etablierten Versorgungskonzept wird ein Primärenergiefaktor von 0,40 erreicht.

Insgesamt 70 neue Gebäude geplant

»Wir freuen uns, Teil der herausragenden Quartiersentwicklung im Projekt Güterbahnhof Freiburg zu sein«, sagt Urbana-Vorstand Henning Lustermann. »Das Projekt zeigt, dass KWK mit einem guten wirtschaftlichen Konzept die Lösung für klimaschonende Versorgungslösungen sein kann.«

Urbana ist Eigentümer der neuen Anlage und eigenverantwortlicher Betreiber der kompletten Wärmeversorgung, bestehend aus BHKW und Wärmetrasse, einschließlich Hausübergabestationen. Damit so ein Großprojekt wie geplant Wirklichkeit wird, müssen alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Das Einvernehmen der Gemeinde und der Gebietsentwickler ist das A und O.

Zudem muss es einen Plan geben, der die entsprechenden energetischen Vorgaben definiert. Hohe Energiestandards gehen mit hohen Kosten einher. Diese steigenden Kosten müssen durch die Vermarktung der Immobilie erwirtschaftet werden können – in bestimmten Lagen ist das kein Problem, in weniger prestigeträchtigen Lagen aber schon.

Erschienen in Ausgabe: 01/2016