Mikro-KWK im Feldtest für das Energiehaus der Zukunft

Bei Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zum ›Energiehaus der Zukunft‹ hat die RWE Effizienz GmbH mit dem Pilotprojekt ›Emslandhaus‹ einen Feldtest zur Einbindung von Mikro-KWK-Anlagen in Einfamilienhäusern erfolgreich abgeschlossen.

07. Juni 2011

Neben der Unterstützung neuer, zukunftsfähiger Technologien im Bereich der hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) sei es das Ziel gewesen, detailliertere Erkenntnisse zur Integration dezentraler Strom- und Wärmeerzeuger in die Erdgas- und Stromnetze zu gewinnen. So konnte der Strombedarf des Versuchshauses laut eigener Angabe zu 30 % über das Mikro-Kraftwerk gedeckt und die Energiekosten während des ersten Betriebsjahres um insgesamt 370 € reduziert werden.

Für das Pilotprojekt ›Emslandhaus‹ sei im Oktober 2009 in einem Einfamilienhaus nahe der holländischen Grenze eine Mikro-KWK-Anlage auf Basis eines Stirling-Motors mit einem integrierten, ergänzenden Gas-Brennwertgerät installiert worden. Angesichts der großen Wohnfläche von 260 m² habe das von einer 4-köpfigen Familie bewohnte Versuchshaus einen Wärmebedarf von 38.500 kWh/a sowie einen Stromverbrauch von über 7.000 kWh/a. Bei einer thermischen Leistung von 5 kW erreichte das wärmegeführt betriebene Mikro-Kraftwerk hier mit laut eigener Angabe 3.744 Volllaststunden im Jahr eine gute Auslastung. Dabei habe es das ganze Jahr über vorrangig die Warmwasserbereitung übernommen, während das Spitzenlastgerät mit einer Leistung von maximal 18 kW im Winter und in den Übergangszeiten zur Heizungsunterstützung bedarfsgerecht zugeschaltet worden sei.

Entsprechend positiv sei auch die Strombilanz der Mikro-KWK-Anlage mit einer elektrischen Leistung von 1 kW ausgefallen. Der eigens installierte, geeichte KWK-Unterzähler ermittelte hier laut eigener Angabe für den Stirling-Motor eine Stromproduktion von 3.332 kWh/a. Davon seien 40 % ins öffentliche Netz eingespeist und 60 % direkt im Haus verbraucht worden, wodurch sich der externe Strombezug um 2.100 kWh/a bzw. 30 % verringert habe. Gleichzeitig nahm laut Unternehmen der Erdgasverbrauch aufgrund der zusätzlichen Stromproduktion im Vergleich zum früheren Erdgas-Brennwertkessel um etwa 10 % zu.