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Mit Administratorrecht

Energieversorger und Netzbetreiber müssen die neu geschaffene Rolle des Gateway-Administrators in ihrem IT-System abbilden. Die Systemintegration ist auch eine Voraussetzung für zeit- und lastvariable Tarife.

01. Februar 2019
 Mit Administratorrecht

Die Integration der neuen Prozesse des intelligenten Messstellenbetriebs in die Systemlandschaften der Stadtwerke stellt eine besondere Herausforderung dar. Standen dabei bisher die Abrechnungssysteme und das Energiedatenmanagement im Fokus, muss nun auch die Smart Meter Gateway-Administration in die IT-Landschaft integriert werden. Darauf weist der Metering-Spezialist Voltaris hin. »Neben der rechtskonformen Abbildung der neuen Prozesse ist die automatisierte Prozessabwicklung und Systemintegration die Voraussetzung für neue Geschäftsmodelle wie zum Beispiel monatliche Abrechnungen oder zeit- und lastvariable Tarife«, so das Unternehmen.

Integration der Prozesse in Systemlandschaft

Demnach stellt die voll integrierte Voltaris-Systemlandschaft anforderungsgerechte Schnittstellen in verschiedenen Automatisierungsstufen bereit: von einer Gestaltung des Datenaustauschs durch Formulare beziehungsweise Webportal über Dateiaustausch oder spezielle Tools bis hin zur voll automatisierten Integration. »Dadurch kann im Zeitverlauf des Rollouts jeweils ein kostenoptimaler individueller Integrationsgrad gewählt werden«, sagt Volker Schirra, technischer Geschäftsführer von Voltaris. Mit der Einführung der intelligenten Messsysteme kommen neue Aufgaben und Prozesse auf die Messstellenbetreiber zu, vor allem die Administration der Smart Meter Gateways nach den Vorgaben der technischen Richtlinien des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Wissen Kompakt

Messstellenbetrieb

Die Grundzuständigkeit für den Messstellenbetrieb und die Messung liegt beim Netzbetreiber. Aber auch bei Messstellen, die durch dritte Messdienstleister ausgelesen werden, trägt der Netzbetreiber die Verantwortung für eine Vielzahl von Aufgaben: Nach der Übernahme der Daten vom jeweiligen Messdienstleister müssen die Daten aufbereitet, archiviert und den Folgeprozessen wie Abrechnung und Bilanzierung zugeführt werden. (Quelle: Voltaris)

35 Versorger bilden Anwendergemeinschaft

Intelligente Messsysteme sind ein wichtiger Baustein der Energiewende; denn sie verknüpfen Stromerzeugung, Stromverbrauch und Stromnetze intelligent miteinander. Die neue Technologie ermöglicht es den Energievertrieben, innovative neue Produkte anzubieten. Das können neue Tarifmodelle sein, die Einbindung von privaten Erzeugungsanlagen wie Fotovoltaik- oder Blockheizkraftwerke sowie die Visualisierung der Verbrauchsdaten im Webportal. Für die schnittstellenarme, sichere Integration der neuen Prozesse hat Voltaris nach eigenen Angaben ein schlankes, mehrmandantenfähiges Frontend entwickelt, das auch die Folgeprozesse zu externen Marktteilnehmern und zum Gateway-Administrator steuert. »Die Kunden müssen daher kein eigenes ERP-Schnittstellenprojekt aufsetzen, was Zeit und Kosten spart«, so Voltaris.

Die Dateneingabe erfolgt via Webformular oder Massenupload via Datei. Zudem ist die Anwendung auch auf mobilen Endgeräten nutzbar. »Innerhalb unserer Anwendergemeinschaft organisieren wir Interessensgruppen zur Anpassung der kundeneigenen ERP-Systeme für eine Vielzahl möglicher Systeme, zum Beispiel Schleupen, SIV, SAP, XAP, IS-Soft und Wilken«, sagt Voltaris-Geschäftsführer Karsten Vortanz. In der Gemeinschaft arbeiten 35 Energieversorger und Stadtwerke zusammen. Für die Unternehmen wird Voltaris rund 1,2 Millionen Zählpunkte im intelligenten Messstellenbetrieb betreuen. hd

Erschienen in Ausgabe: 01/2019