Mit der Mahnung an die Kasse

Management

Forderungsmanagement - Offene Rechnungen einfach an der Supermarkt-Kasse begleichen, in bar. Das erleichtert es den Kunden von Energieversorgern, zu zahlen denn einkaufen geht fast jeder. Ein Inkasso-Dienstleister arbeitet dafür mit einem entsprechenden Zahlungsanbieter zusammen.

31. August 2015

Es gibt verschiedenste Gründe, warum manche Menschen es vorziehen, mit Bargeld ihre Rechnungen zu begleichen. »Vom Misstrauen hinsichtlich der Datensicherheit bei Überweisungen bis hin zur grundsätzlichen Ablehnung eines Lastschrifteinzugs auf Seiten der Kunden: Stadtwerke kommen meist nicht umhin, ihren Kunden die Möglichkeit der Barzahlung ihrer Energierechnung einzuräumen«, sagt Sebastian Seifert, Geschäftsführer Finanzen und Produkt bei der Cash Payment Solutions. Das Unternehmen ist ein Zahlungsanbieter mit Sitz in Berlin. Er ermöglicht es, über das Produkt ›Barzahlen‹ Online-Einkäufe und Rechnungen mit Bargeld im stationären Einzelhandel zu begleichen.

Entlastung im Servicecenter

»Barzahlen.de hat bereits bei nationalen sowie regionalen Energieversorgern bewiesen, dass die Zahlung von Stromrechnungen bequemer und effizienter im Einzelhandel funktioniert als im hauseigenen Kundenservicecenter, das durch die Befreiung vom Zahlungsverkehr erheblich entlastet wird«, ergänzt Uwe Franke, der im Beirat des Unternehmens sitzt. »Letztendlich stehen alle Branchen mit Massenkundengeschäft vor der Herausforderung, insbesondere im Forderungsmanagement eine kostengünstige und kundenfreundliche Barzahlung anzubieten.«

Das sieht auch Tesch Inkasso ähnlich. Das Unternehmen ist als erstes Inkassounternehmen im Jahr 2013 eine Kooperation mit Cash Payment Solutions eingegangen. Es kann seitdem beispielsweise die Schuldner erreichen, die bislang Lastschriften und SEPA aus Gründen der Finanzdatensicherheit verweigerten.

In beide Seiten hineinversetzen

»Um uns vom Wettbewerb abheben zu können und unseren Kunden einen echten Mehrwert bieten zu können, versuchen wir, immer einen Schritt voraus zu sein und uns in beide Seiten hineinzuversetzen: in unseren Kunden, mit dem wir zusammenarbeiten, aber eben auch in dessen säumigen Zahler«, erklärt Sebastian Ludwig, Head of Sales & Marketing bei Tesch Inkasso.

Gegründet als kleines Inkassobüro im Jahr 1985 beschäftigt die Tesch-Unternehmensgruppe heute 330 Mitarbeiter an den Standorten Wiehl und Tönisvorst bei Düsseldorf. Als einen wichtigen Schritt in der Spezialisierung auf Energieversorgungsunternehmen wertet es den Beginn seiner Zusammenarbeit mit der Vattenfall Europe Sales im Jahr 2004. Im Laufe der Jahre sind diverse weitere kleine und mittelständische Energieversorger hinzugekommen und 2013 konnte das Unternehmen die EnBW Energie Baden Württemberg als Kunden gewinnen.

Zahlung anonym begleichen

Im momentan laufenden Jahr 2015 ist es Tesch Inkasso gelungen, die Zusammenarbeit mit Vattenfall fortzuführen. Weitere große Referenzkunden sind unter anderem Rhein-Energie, Stromio und die Stadtwerke Heidelberg. Heute hat das Unternehmen laut eigener Aussage über 130.000 Mandate pro Jahr mit einem Volumen von rund 70 Mio. € allein aus dieser Branche.

»Um für unseren Kunden die bestmögliche Erfolgsquote realisieren zu können, müssen wir Wege finden, den Schuldner zu erreichen«, sagt Ludwig. »Zum Beispiel, indem wir ihm die Möglichkeit bieten, seine offene Forderung anonym und bequem mit einer innovativen Zahlmethode wie Barzahlen zu begleichen.«

Zahlschein mit Barcode

Aber wie funktioniert das Bezahlmodell mit Barzahlen beim Forderungsmanagement konkret? Voraussetzung ist eine standardisierte Schnittstelle zwischen dem Inkassosystem und der Barzahlen-Software. Auf diese Weise können die jeweilige Kundennummer und der exakte Betrag an den Berliner Zahlungsanbieter übermittelt werden.

Die Daten nutzt dieser, um einen Zahlschein mit Barcode zu generieren. Die IT-Infrastruktur aus Eigenentwicklung befindet sich ausschließlich in Deutschland und genügt laut dem Anbieter höchsten Sicherheitsstandards.

Im Einzelhandel 6.000 mal vor Ort

Zusammen mit der Zahlungsaufforderung erhält der Schuldner den generierten Zahlschein mit Barcode per Post, E-Mail oder SMS. Damit kann der Kunde eine von mehr als 6.000 Zahlstellen deutschlandweit aufsuchen: alle DM-Drogeriemärkte, Penny- und Real-Supermärkte sowie Filialen der Deutschen Telekom, Mobilcom-Debitel, Budni, Ludwig, Eckert und Barbarino.

Dabei ist es egal, ob er zum nächstgelegenen Einzelhandelspartner geht oder zu einer Filiale an seinem Arbeitsort oder gar an seinem Urlaubsort – solange er sich in Deutschland befindet. Er bezahlt anonym und in bar.

Weder Kreditkarte, Online-Banking noch andere Zahlungssysteme sind notwendig, so bestehen für den Schuldner keine Zugangsbeschränkungen. Die längeren Öffnungszeiten der Einzelhandelspartner sowie deren räumliche Nähe sorgt für mehr Kundenzufriedenheit, sagt Sebastian Seifert. »Das Bezahlen der Abschlagsrechnung erfolgt nicht selten einfach im Zuge des regulären Einkaufs.«

Übermittlung in Echtzeit

An der Kasse wird der Barcode gescannt und in Echtzeit über die Barzahlen-Software validiert. Sobald der Betrag gezahlt ist, übermittelt das System die Information über den Zahlungsvorgang in Echtzeit und ordnet sie automatisch zu, sodass Tesch Inkasso eine 100-prozentige Zahlungsgarantie hat. Die Überweisung des Betrages übernimmt die Partnerbank von Barzahlen. Der Kassenbon gilt als Bestätigung der Zahlung, der Betrag wird sofort dem Konto des Schuldners gutgeschrieben. Die Echtzeitübermittlung führt laut Cash Payment Solutions somit zu weniger Mahnkosten und schnelleren Entsperrungen.

»Seit Anfang 2014 setzen wir Barzahlen ein – mit Erfolg auf beiden Seiten. Die Schuldner nutzen das TÜV-zertifizierte Zahlungssystem zunehmend stärker, sodass wir für unsere Kunden den Zahlungsfluss deutlich fördern und damit einen höheren Nettorückfluss generieren können«, so Ludwig.

Erschienen in Ausgabe: 07/2015