Mit Energie das Jobprofil erweitern

Menschen / Karriere

Fortbildung - In Darmstadt bieten die TU und ein Kooperationspartner Fortbildungen zum Energieberater für Architekten und Ingenieure an.

01. Oktober 2013

Energieausweise für Gebäude ausstellen, maßgeschneiderte Energiekonzepte erarbeiten: Beide Qualifikationen sind heute sehr gefragt. »Ohne entsprechende Kenntnisse wird zukünftig kein Planer mehr arbeiten können. Wichtig ist deshalb, fundiertes Wissen erwerben und anwenden zu können. Dazu sollen unsere Qualitätslabel beitragen«, sagt Professor Manfred Hegger vom Fachgebiet Entwerfen und energieeffizientes Bauen der TU Darmstadt. Das relativ junge Geschäftsfeld der Energieberatung erfordert neue Konzepte und Lösungen. So ist zum Beispiel die Berufsbezeichnung Energieberater nicht geschützt, gleichzeitig steigen aber die energetischen Anforderungen an Gebäude und ihre Technik immer weiter.

Qualifikation mit Mehrwert für die berufliche Zukunft

Es gilt, jede Immobilie energetisch richtig einzuordnen, um Energieeffizienz, Komfort und Werterhalt wirtschaftlich in Einklang bringen zu können. Die dafür notwendige, integrale Sichtweise haben nun sechs Teilnehmer des Wohngebäude-Lehrgangs nachgewiesen: Sie bearbeiteten im Juli erfolgreich die Klausur zum Energieberater TU Darmstadt für Bestandsbauten. Nach Angaben der Planungsgesellschaft Ina, die die Kurse zusammen mit der TU anbietet, ist der Wohngebäudekurs von der Stiftung Warentest mit einer hohen Qualität bei allen Kriterien der geprüften Fortbildungen bewertet worden.

Energiesparen ist kein Trendthema mehr

Ziel des Kurses sowie des webbasierten Trainings für Nichtwohngebäude ist es, die nach der Energieeinsparverordnung EnEV 2009 berechtigten Architekten, Ingenieure, Fachplaner, Handwerker und Techniker zu qualifizieren, Energieausweise für bestehende Wohn- und Nichtwohngebäude ausstellen zu dürfen. Zudem werden ihnen Grundlagen zum energieeffizienten Planen und Sanieren vermittelt.

Zunächst waren einige Planer skeptisch: Schaffen sie eine Weiterbildung neben dem Beruf? Ist diese fachkundig betreut? »Leichte Handhabung, Praxisnähe und Flexibilität zeichnen die Fernlehrgänge aus«, heißt es in einer Mitteilung von Ina. Bislang haben 294 Teilnehmer den Kurs besucht. »Mit ihrem Abschlusstitel können sie sich nun von den vielen Angeboten am Markt abheben und leichter vorhandene Kunden binden und neue hinzugewinnen«, so die Planungsgesellschaft mit Sitz in Darmstadt.

Fernlehrgang zum Fachplaner für Passivhäuser

Darüber hinaus führt die Universität in Kooperation mit Ina auch den Fernlehrgang mit dem Abschluss als Fachplaner TU Darmstadt für Passiv-, Null- und Plus-Energie-Häuser durch. Die Teilnehmer lernen, energetisch hocheffiziente Neubauten zu planen. Die sind ab 2021 allgemeiner Standard in Europa.

Sämtliche Zertifikatslehrgänge erfüllen die Anforderungen der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht. Die IT-basierten Kurse können berufsbegleitend oder in Vollzeit absolviert werden. Die Teilnehmer bestimmen selbst Beginn, Ort und Dauer ihrer Weiterbildung. Einzige Präsenzveranstaltung ist die quartalsweise stattfindende Abschlussklausur in Darmstadt.

»Studienbriefe, ergänzendes Informationsmaterial, Selbsttests und Einsendearbeiten mit einem individuellen Feedback von uns bereiten die Teilnehmer optimal auf das Examen vor. Zur leichten Handhabung sind die Bedienungsoberfläche und die Programmsystematik in allen Lehrgängen gleich«, sagen Michael Keller und Ingo Lenz, die beiden Geschäftsführer von Ina.

Bislang haben insgesamt 269 Teilnehmer die Prüfung für Wohngebäude bestanden, so Ina; 25 Teilnehmer absolvierten erfolgreich die Prüfung für Nichtwohngebäude und zwölf die für Passiv-, Null- und Plus-Energie-Häuser. Die Absolventen können die Aufnahme in die Effizienzhaus-Experten-Datenbank der Deutschen Energie-Agentur beantragen.

Erschienen in Ausgabe: 08/2013