Mit Raum Attraktivität erhöhen

Menschen

Fachkräftemangel - Auch bezahlbarer Wohnraum kann eine Rolle dabei spielen, für wen sich ein Arbeitnehmer letztendlich entscheidet. Werkswohnungen sind hier eine Möglichkeit. Die Stadtwerke München investieren schon.

24. August 2011

Gerade angesichts des wachsenden Fachkräftemangels wird es in Zukunft immer schwieriger werden, Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen zu binden und neue Mitarbeiter auf dem stark umworbenen Arbeitsmarkt zu rekrutieren.

Für wen sich ein Bewerber entscheidet, hängt deshalb entscheidend von der Attraktivität des Arbeitgebers ab. Und hier haben die Stadtwerke München (SWM) verschiedene Pluspunkte zu verzeichnen. Einer davon ist es, ihren eigenen Mitarbeitern im boomenden Ballungsraum München bezahlbaren Wohnraum – bedarfsorientierte Werkswohnungen zu moderaten Mietpreisen – zur Verfügung stellen zu können.

Die Stadtwerke haben derzeit 547 Werkswohnungen in eigenem Besitz. In den letzten 20 Jahren wurde dieser Wohnungsbestand trotz sinkender Mitarbeiterzahlen kontinuierlich gehalten und leicht ausgebaut. So konnten ursprünglich rund 5% der Mitarbeiter eine werkseigene Wohnung nutzen. Heute sind es rund 7%.

Um in Jahren mit einem besonders schwierigen Wohnungsmarkt die Nachfrage nach Werkswohnungen zu decken, haben die Münchener zusätzlich zu den eigenen Wohnungen noch 471 werkgeförderte sowie 46 angemietete Wohnungen den Mitarbeitern zur Verfügung gestellt. Somit können fast 14% der Mitarbeiter und deren Familien mit einer Wohnung versorgt werden.

Und das ist noch nicht alles: In den nächsten zehn Jahren will das EVU weitere 500 Werkswohnungen bauen. Das entspricht fast einer Verdoppelung des bereits bestehenden eigenen Werkswohnungsbestands.

Mit ihrem Neubauprogramm, in das rund 70Mio.€ fließen werden, kann das Unternehmen seinen Mitarbeitern bis 2021 mehr als 1.000 werkseigene Wohnungen zur Verfügung stellen. Als Basis für die Ausbauoffensive Werkswohnungen haben die Stadtwerke den heutigen Wohnungsbestand und die Mieterstruktur untersucht und anhand der Erkenntnisse ein Konzept für den Wohnungsneubau entwickelt. So werden in den nächsten zehn Jahren neben den sehr stark nachgefragten 1- bis 2-Zimmer-Wohnungen auch 4- bis 5-Zimmer-Wohnungen errichtet.

»Der Personalbedarf großer Wirtschaftsunternehmen ist eine der Ursachen der Wohnungsnachfrage in München und damit des Münchner Wohnungsmangels«, führt Münchens Oberbürgermeister Christian Ude an. »Investitionen in Werkswohnungsbau können nicht nur das größte Problem der Stadt lindern, sondern auch die zunehmenden Probleme florierender Unternehmen, ausreichend Fachkräfte zu gewinnen. Fehlender Wohnraum ist das Haupthindernis für die Gewinnung von Fachkräften in München.« Er habe daher die 14 größten Münchener Unternehmen angeschrieben, mit dem Vorschlag die Frage des Werkswohnungsbaus auszuloten.

Erschienen in Ausgabe: 07/2011