Mit Rückenwind

Offshore-Wind befindet sich nach den ersten Ausschreibungsergebnissen in einer Konsolidierungsphase, sagen Experten. Höherer Kostendruck für immer weniger Akteure seien die Folge, heißt es. Im Gegenzug steigen die Lernkurven. Das Offshore-Projekt Arkona wächst laut E.on deutlich schneller als erwartet.

14. November 2017

„Alle 60 Gründungsfundamente sind vor dem Zeitplan im Meeresboden der Ostsee installiert“, heißt es in einer Mitteilung.

 

Die kurze Installationszeit von etwa zweieinhalb Monaten sei außergewöhnlich, da der Meeresgrund der Ostsee aufgrund des heterogenen Baugrundes und möglichem Auftreten von Findlingen als besonders herausfordernd gilt.

 

Wasser bis zu 40 Meter tief

 

Die rund 1.200 Tonnen schweren Monopiles wurden bis zu 40 Meter tief in den Meeresboden eingebunden.

 

Ein Erfolgsfaktor war den Angaben zufolge die dreidimensionale seismische Baugrunduntersuchung im Vorfeld der Installation.

 

„Sie lieferte in der erstmals in Deutschland eingesetzten Verbindung mit Bohrungen wichtige Daten über die Sedimentstruktur der einzelnen Fundament-Standorte“, so E.on.

 

Die Standorte wurden auf dieser Basis positioniert, auch um die Installation zu vereinfachen und den Einsatz eines Bohrgerätes zu vermeiden. Das Design der Stahlfundamente wurde anschließend individuell an die Bodenbeschaffenheit angepasst.

 

Die Fundamente sind maximal 81 Meter lang und haben einen Durchmesser von bis zu 7,75 Metern.

 

Gleichzeitig habe laut E.on das Arkona Projekt mit der Monopile-Installation als erstes Unternehmen der Offshore-Industrie eine innovative Technologie für den Korrosionsschutz der Stahlfundamente entwickelt und eingesetzt.

 

Demnach vermindere ein neues Beschichtungsverfahren die Umweltauswirkungen während der Betriebszeit im Vergleich zur herkömmlichen Methode deutlich.

 

Im Frühjahr 2018 wird das in Kooperation mit dem Netzbetreiber 50 Hertz gebaute Offshore Umspannwerk zum Arkona Baufeld transportiert und installiert, so E.on.

 

Maximalleistung 385 MW

 

Das Projekt Arkona liegt 35 Kilometer nordöstlich von der Insel Rügen. Der Windpark wird über eine Leistung von 385 Megawatt verfügen und kann rechnerisch ab 2019 bis zu 400.000 Haushalte mit erneuerbarer Energie versorgen.

 

Installiert werden 60 Turbinen der Sechs-Megawatt-Klasse von Siemens. Arkona ist ein Joint Venture von E.on und Statoil.

 

Cluster legen Handbuch neu auf

 

Im Oktober haben das EEHH-Cluster und das Maritime Cluster Norddeutschland das ‚Offshore Handbuch Schnittstellenmanagement‘ neu aufgelegt.

 

50 Experten legen in den Kapiteln Projektentwicklung, Errichtung und Betrieb dar, worin ihrer Ansicht nach die Herausforderungen in den verschiedenen Realisierungsabschnitten eines kosteneffizienten Offshore Windparks liegen, heißt es in einer Mitteilung der beiden Cluster.

Das Handbuch ist erhältlich über www.eehh.de/praxishandbuch-offshore