Mobile Wege auf dem Prüfstand

Ladesäule oder Wasserstoff-Tankstelle - was ist kostengünstiger? Das Forschungszentrum Jülich und H2 Mobility haben eine Analyse zum Infrastrukturkostenvergleich veröffentlicht.

26. Januar 2018

Ziel war eine detaillierte Auslegung und Skalierung der notwendigen Infrastrukturen und konkrete Aussagen über deren Kosten.

Die Szenario-Analyse zeigt: Die Infrastrukturausbaukosten für beide Technologien sind für Fahrzeugzahlen bis zu 100.000 Stück unter der Verwendung der existierenden Wasserstoffquellen ähnlich hoch: Für Batteriemobilität liegen sie bei rund 310 Millionen Euro, für Wasserstoff-Mobilität bei rund 450 Millionen.

Geänderte Vorzeichen ab einer Million Fahrzeuge

Sie werden dann aber für die an Tankstellen zentral organisierte Vergabe von Wasserstoff günstiger: Bei einer Million Fahrzeuge betragen die Ladeinfrastrukturkosten 2,8 Milliarden Euro, Wasserstoffmobilität kostet dann rund 1,9 Milliarden Euro.

Teurer wird der Wasserstoff laut Analyse allerdings, wenn der Ausbau der Wasserstoff-Produktion und großtechnischer Speicher notwendig werden. Beides ist erforderlich, damit 100 Prozent grüner Wasserstoff aus Überschussstrom zur Verfügung gestellt werden kann.

Für 100 Prozent grünen Ladestrom ist eine solche Option heute noch nicht kostengünstig darstellbar, teilt H2-Mobility weiter mit.

10 Milliarden mehr

Erreicht dann die Marktdurchdringung 20 Millionen Fahrzeuge, sind die Investitionen in eine Ladeinfrastruktur mit rund 51 Milliarden Euro deutlich höher als in die Wasserstoff-Infrastruktur. Hier beträgt der Invest rund 40 Milliarden Euro.

Beide Technologien

„Wir sollten uns beides leisten“, so Professor Stolten, Leiter des Instituts für Elektrochemische Verfahrenstechnik am Forschungszentrum Jülich.

„Das notwendige Investment in beide Technologien fällt im Vergleich zu anderen Infrastrukturen, wie zum Beispiel Verkehrswege moderat aus. Ein sowohl-als-auch anstelle eines entweder-oder ermöglicht erst die deutliche Steigerung der Effizienz und die bessere Nutzung von erneuerbaren Energien über den gesamten Verkehrsbereich hinweg.“

Die Anlayse steht in englischer Sprache hier auf den Seiten von H2 Mobility bereit.

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