Monitoringbericht der BNetzA veröffentlicht

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat ihren Monitoringbericht Energie 2011 veröffentlicht. Der Bericht zeigt laut VKU deutlich, dass der Stromerzeugungsmarkt nach wie vor von den vier großen Energiekonzernen beherrscht wird. Anders sieht dies der BDEW.

28. November 2011

»Der neue Monitoringbericht macht überaus deutlich, dass die Entwicklung des Wettbewerbs im deutschen Gas- und Strommarkt erfolgreich ist«, sagte Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Die Energiebranche teile ausdrücklich die Auffassung, dass sich der Wettbewerb gerade auf dem Gasmarkt sowohl auf Großhandelsebene als auch im Endkundenmarkt gut entwickelt hat.

Nach Angaben der Regulierungsbehörde ist die Intensivierung des Wettbewerbs vor allem auf die Preisentwicklung auf den Handelsmärkten nach dem rapiden Preisverfall im Jahr 2009 zurückzuführen. Die Lieferantenwechselquote habe im Jahr 2010 bei etwa 11% gelegen und erreiche damit fast das Niveau des Stromsektors.

Als Transitland gebe es in Deutschland eine ausreichende Anzahl aktiver Teilnehmer am Gasgroßhandel, so die BNetzA. Dabei wird besonders die Nutzung flexibler Handelsstrategien auch von kleineren Marktteilnehmern als ein besonderer Erfolg hervorgehoben. Der BDEW teilt die Meinung der Regulierungsbehörde, dass dies mit der positiven Umsetzung der Transparenzinitiativen zu erklären ist. In ihrem Bericht bestätigt die BNetzA darüber hinaus die Verbesserung der Wettbewerbssituation im Stromgroßhandel in Deutschland.

Der Bericht hebt darüber hinaus die Brisanz der künftigen Entwicklung konventioneller Kraftwerkskapazitäten hervor, die sich durch die Stilllegung von acht Kernkraftwerken im Frühjahr 2011 und den Verzögerungen bei einer Reihe von Kraftwerksprojekten verschärft hat.

Der Verband Kommunaler Unternehmen (VKU) sieht in der ihrer Ansicht nach dominanten Stellung der großen Energiekonzerne ein Wettbewerbsdefizit, das beseitigt werden müsse. »Dies kann nur gelingen, wenn der von der BNetzA definierte Bedarf für Kraftwerke in erster Linie von den Wettbewerbern der großen Konzerne, insbesondere den Stadtwerken, realisiert werden kann. Aktuell haben die Stadtwerke einen Anteil von 9,8% an der Energieerzeugung. Für einen funktionierenden Wettbewerb ist es wichtig, dass die Stadtwerke die Möglichkeit haben, diesen künftig weiter auszubauen«, so VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck. Das sollte auch bei Ausgestaltung des Kraftwerks-Förderprogramms berücksichtigt werden, so der VKU.