MVV gründet Joint Venture für dezentralesEnergiemanagement

Mit neuartigen Dienstleistungen und Produkten für ein dezentrales, elektronisch gesteuertes Energiemanagement wollen der Mannheimer Kommunalversorger MVV Energie, der Münchener Handels- und Dienstleistungskonzern Baywa, der irische Heiz- und Kühlsystemhersteller Glen Dimplex sowie der Münchener Softwarespezialist Greencom Networks in einem bisher einzigartigen branchenübergreifenden Joint Venture eigenen Angaben zufolge die Energiewende voranbringen.

12. November 2014

Mit der Beegy GmbH – der Markennamen leitet sich von Better Energy ab – entsteht ein Anbieter für Komplettlösungen und Systemintegration, teilten die vier Unternehmen am 7. November im Anschluss an die Unterzeichnung der Gründungsverträge in einer gemeinsamen Presseinformation mit.

Erstmals können nach ihrem Anspruch Industrie, Handel, Gewerbe und später auch Privatkunden für ihr dezentrales Systemmanagement erneuerbarer Energien auf nur einen Anbieter zurückgreifen. Das Angebotsspektrum von Beegy erstreckt sich von der Planung über die Leistungserstellung nachhaltig arbeitender Anlagen, wie Photovoltaik-Kollektoren, thermischen Speichern, wie Wärmepumpen und Speicherheizungen oder Batteriespeichern, bis hin zum energieoptimierten Einsatz.

Für MVV Energie bildet Beegy nach den Worten ihres für den Vertrieb zuständigen Vorstandsmitglieds Ralf Klöpfer »die logische Ergänzung unserer auf das Energiesystem der Zukunft ausgerichteten Produkt- und Dienstleistungskette«. Der Mannheimer Energieversorger, der in seiner Unternehmensstrategie einen besonderen Schwerpunkt auf den Ausbau der erneuerbaren Energien und die Stärkung der Energieeffizienz legt, bringt dabei seine energiewirtschaftliche Erfahrung und sein gesamtes Know-how entlang der Wertschöpfungskette in die Kooperation ein.

Diese Verbindung unter einem Dach ist auch für Matthias Taft, Vorsitzender der Geschäftsführung von Baywa r.e., der Schlüssel zum Erfolg des Joint Ventures: »Als Tochterunternehmen der Baywa AG und führender Anbieter im Bereich Erneuerbare Energien vereint Baywa r.e. ein breites Spektrum an Energiedienstleistungen. Wir freuen uns, unser spezialisiertes Know-how in der Technischen Beratung, der Anlagenplanung und der Auswahl der Produkte zur Verfügung zu stellen. Beegy wird über unsere Logistikplattform bedient, und die Anlagen werden über unser qualifiziertes Installateursnetzwerk gebaut und betreut.«

Sean O’Driscoll, Chairman der in Dublin ansässigen, europaweit präsentierten Glen Dimplex Group, ergänzte, der Wandel vom reinen Energiekonsumenten zum miterzeugenden Prosumer erfordere »innovative Systemlösungen, die auf schlaue Weise schwankende Strommengen speichern oder direkt verbrauchen können. »Glen Dimplex ist weltweit fu?hrender Hersteller von elektrischen Heiz- und Kühlsystemen: Das Unternehmen bietet künftigen Beegy-Kunden thermische Speicher, wie Wärmepumpen und Quantum-Speicherheizungen, sowie Lüftungsgeräten – alle vernetzbar und »Smart Grid ready«.

Das Zusammenspiel von IT-Technologie, energiewirtschaftlichem Know-how, Software-Intelligenz und Logistikexpertise macht nach Ansicht von Dr. Christian Feißt, Vorstandsvorsitzender des Münchener Softwarespezialisten Greencom Networks, den entscheidenden Unterschied in den neuen dezentralen Energie-Märkten. »Wir stellen das traditionelle Geschäftsmodell auf den Kopf, da wir den Kunden in den Mittelpunkt rücken: Unsere Wertschöpfung entsteht durch das Einsparen und die intelligente Nutzung der Energie, die unsere Kunden selbst erzeugen.«

Beegy hat seinen Sitz in Mannheim. Dabei hält MVV Energie 34,8 %, Baywa r.e. und Glen Dimplex je 25,1 % und Greencom Networks 15 %. Die Geschäftsführung übernehmen Greencom-Chef Dr. Christian Feißt, der zuvor bei Cisco Systems Managing Director im Bereich Smart Grids war, und Marco Demuth, ehemaliger Gründungschef des EnBW-Discounters Yello Strom und später Führungskraft beim Logistiker DHL.

Das Gemeinschaftsunternehmen steht noch unter dem Vorbehalt der Freigabe der Kartellbehörden. In einer ersten Stufe wird sich Beegy auf den Bereich der Gewerbekunden und Filialisten konzentrieren. Später richtet sich das Unternehmen dann auch an Privathaushalte, da diese oftmals selbst Energieproduzenten sind.