N-ergie baut Wärmespeicher in Nürnberg-Sandreuth

Im Herbst will die N-ergie Kraftwerke GmbH mit dem Bau des Wärmespeichers in Nürnberg-Sandreuth beginnen. Die letzten Genehmigungen wurden nun von der Stadt Nürnberg erteilt.

15. Mai 2013

Der Speicher wird einen Durchmesser von 26 m und eine Höhe von circa 70 m haben. Die Höhe ist bedingt aus dem notwendigen Druck, der über die im Speicher anstehende Wassersäule erzeugt werden muss. Der Stahlbehälter fasst rund 33.000m3 Wasser.

»Wir werden die Einsatzmöglichkeiten des Kraftwerks weiter flexiblisieren«, so Josef Hasler, Vorstandsvorsitzender der N-ergie. Bisher bestehe im umweltfreundlichen Kraft-Wärme-Kopplungs (KWK)-Prozess eine direkte Abhängigkeit zwischen Stromerzeugungsmöglichkeit und Fernwärmeverbrauch. Nur wenn entsprechend Wärme abgegeben werden kann, sei auch gleichzeitig Stromerzeugung möglich. Der Einsatz des Wärmespeichers ermöglicht es, die Wärme- von der Stromerzeugung zu entkoppeln, so Hasler weiter. Bedarf es einer höheren Stromerzeugung, etwa weil wenig Strom aus erneuerbaren Energien bei Windflaute oder bei trüber Witterung zur Verfügung steht, fährt das Kraftwerk die Leistung hoch und die dabei entstehende und abzuführende Wärme wird zum Großteil in den Speicher geladen. Wird dagegen viel Strom aus erneuerbaren Energien in das Stromnetz eingespeist, wird die Leistung des Kraftwerks gedrosselt. Die notwendige Fernwärmeversorgung erfolgt dann über eine Entladung des Wärmespeichers.

Wenn viel Wind weht und gleichzeitig die Sonne scheint, kommt es im Stromnetz an manchen Tagen zunehmend auch zu einer Überspeisung, d.h. es steht zu viel Strom aus erneuerbaren Energien zur Verfügung. Die Erzeugungsanlagen müssen daraufhin entweder gedrosselt werden oder der Strom wird exportiert. Um dies zu verhindern braucht man zusätzliche Möglichkeiten, den Strom entweder direkt zu verbrauchen oder zumindest einzuspeichern. Zu diesem Zweck werden zusätzlich zum Wärmespeicher noch zwei Elektrokessel errichtet. In diesen wird Strom unmittelbar in Wärme umgewandelt, die dann ebenfalls in den Wärmespeicher geleitet und zu einem späteren Zeitpunkt für die Fernwärmeversorgung zur Verfügung gestellt werden kann.