Die Klimaschutzziele sind klar formuliert: CO2-Einsparungen von bis zu 95 Prozent bis zum Jahr 2050. Grüner Wasserstoff wird dabei eine wesentliche Rolle spielen.

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„Deutschland wird Wasserstoff-Land“, so die Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie, kurz Now, in einer Mitteilung anläßlich der Vergabe von Fördermitteln in Millionenhöhe Mitte Dezember in Berlin. Das Geld soll Grundlagen schaffen für den H2-Massenmarkt in Deutschland. Dazu braucht es Erfahrungswerte wie, wann und wo H2 geeignet ist, als praxistauglicher Energieträger die etablierten Produkte auf fossiler Basis in den Sektoren Wärme und Verkehr abzulösen.

„Mobilität neu denken“

Das Geld stammt aus Mitteln des Bundesverkehrsministeriums. Verkehrsminister Andreas Scheuer sagte bei der Übergabe der Förderbescheide in Berlin: „Wir denken Mobilität neu und ganzheitlich – von der Produktion der Energie über die Antriebstechnologie bis hin zur Tankinfrastruktur. Nur wenn der Wasserstoff wirklich grün wird, können wir die Menschen überzeugen und die Mobilität klimafreundlich gestalten.“

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Für die drei Gewinner der Kategorie Hyperformer stehen jeweils 20 Millionen Euro in Form von Investitionszuschüssen zur Umsetzung bereits bestehender regionaler Konzepte mit Wasserstoff und Brennstoffzellen bereit. Das Projektvolumen der drei Hyperformer beträgt insgesamt 195 Millionen Euro, so Now in einer Mitteilung. Wofür das Geld investiert werden soll, zeigt ein Blick in die Details der Projektbeschreibungen.

Region Landshut

Die Landkreise Landshut, Ebersberg und München wollen mit dem Geld H2-Erzeugungsanlagen, Distributionslogistik und Brennstoffzellenfahrzeuge anschaffen.

Ziel ist es, gemeinsam mit Verkehrsbetrieben, Energieversorgern, Industrie, Gewerbe und Handwerk einen vollständig geschlossenen H2-Kreislauf von der Erzeugung bis zum Verbrauch zu implementieren. Für die Wasserstofferzeugung soll ausschließlich Ökostrom einsetzt werden. Als Endabnehmer kommen insbesondere Bus- und Lkw-Flotten in Frage, aber auch die industrielle Logistik innerhalb von Betrieben und Fuhrparkfahrzeuge für Unternehmen.

Metropolregion Nordwest

Die Metropolregion Nordwest, bestehend aus dem Raum Oldenburg und dem Stadtstaat Bremen, wollen mit den Bundesmitteln eine grüne Wasserstoff-Modellregion mit Fokus auf den Verkehrsbereich aufzubauen inklusive H2-Tankstellen. Hinter dem Vorhaben steht nach eigenen Angaben ein breit gefächertes Konsortium aus Industrie, Energie und Verkehr.

Das Konzept soll Schule machen und anderen Teilen Norddeutschlands als Beispiel dienen. Ziel ist es, in Nordwestdeutschland und darüber hinaus eine großtechnische grüne Wasserstoffwirtschaft aufzubauen und die damit verbundenen umfangreichen Potenziale zur CO2-Reduktion und regionalen Wertschöpfung zu erschließen. Medienberichten zufolge wollen die Projektpartner, darunter EWE und Swb, insgesamt 90 Mio. Euro in H2-Infrastruktur investieren.

Rhein-Neckar

Rund um Mannheim und Heidelberg wollen die Initiatoren des Projekts H2Rivers demonstrieren, wie eine lokale Kette aus regenerativer Wasserstoff-Erzeugung, -Distribution und -Verbrauch nachhaltig und langfristig aufgebaut werden kann. Mit dem umfassenden Ansatz, der zur Blaupause für eine selbsttragende Wasserstoffwirtschaft für andere Städte und Regionen werden kann, ist H2Rivers auch im Strategiedialog Automobilwirtschaft von Baden-Württemberg ein wichtiges Projekt.

Die Regionalentwicklungsgesellschaft Metropolregion Rhein-Neckar, führt das Konsortium aus 18 Partnern, das unter anderem eine Hochdruck-Abfüllanlage, H2-Tankstellen sowie Pkw, Busse, Müllfahrzeuge und Straßendienstfahrzeuge mit Brennstoffzellentechnologie umsetzen wird.