Powerline-Kommunikation, auch Powerline Communication, kurz: PLC, nutzt die bestehende Leitungsinfrastruktur der Verteilnetze zur Datenkommunikation. Diese Technologie existiert bereits seit 120 Jahren. Sie wurde kontinuierlich weiterentwickelt und hat sich in vielen verschiedenen Anwendungsszenarien weltweit bewährt.

Aktuell ist IPv6 Standard bei der Powerline-Kommunikation. Damit gewährleistet die aktuelle Technologie, dass alle Akteure und Anlagen im Netz miteinander in Verbindung stehen und Informationen in kürzester Zeit austauschen. Netzbetreiber können eine flächendeckende Dateninfrastruktur für das Smart Grid aufbauen.

Von Netzüberwachung bis Zählerfernauslese

Die Datenkommunikation spielt im intelligenten Stromnetz eine entscheidende Rolle, zum einen für Smart-Grid-Szenarien und zum anderen für das Smart Metering. Smart-Grid-Anwendungen benötigen eine neue kommunikative Anbindung. Die Rundsteuertechnik ist veraltet und die Analog- sowie ISDN-Telefonie wird gerade abgeschaltet.

Der Bedarf an einer sicheren Kommunikationsinfrastruktur wird steigen.

— Georg Offner Devolo

Auch für den Rollout intelligenter Messsysteme wird eine flächendeckende Kommunikation benötigt, um in Millionen von Kellern zuverlässig den Zählplatz zu erreichen. Neben dem gesetzlichen Pflicht-Rollout, der Stromverbraucher ab 6.000 kWh/Jahr betrifft, wird ein freiwilliger Rollout stattfinden. Denn viele Unternehmen haben die Chance erkannt und wollen ihren Privat- und Geschäftskunden neue, attraktive Dienstleistungen anbieten. Der Bedarf an einer sicheren Kommunikationsinfrastruktur zum Kunden wird daher stark wachsen. Die Wide Area Network (WAN) Kommunikation der Smart Meter Gateways erfolgt entweder über Funk oder über Powerline-Kommunikation.

Ein Netz für Strom und Daten

Installiert der örtliche Netzbetreiber ein modernes Powerline-Netz, kann er sowohl die Datenkommunikation seines Netzmanagements als auch die WAN-Kommunikation der Smart Meter Gateways über dasselbe Datennetz abbilden. Breitband-Powerline bietet dabei die erforderlichen hohen Datenraten und eine schnelle Reaktionszeit. Ein breitbandiges Powerline-Netz ist schnell und einfach installiert und beliebig skalierbar.

Messsysteme integriert

Es überzeugt durch seine Gebäudedurchdringung. Powerline-Kommunikation ist eine klassische „Last-Mile“-Technologie. Ein Headend-Gerät in der Ortsnetzstation ist der Ausgangspunkt des breitbandigen Powerline-Clusters. Ergänzt um BPL-Repeater in Kabelverteilerschränken wird ein stabiles Powerline-Netzwerk aufgebaut. Intelligente Messsysteme lassen sich mittels BPL-Modems in das Netz einbinden.

In der Ortsnetzstation findet dann der Übergang vom PLC-Netz in ein breitbandiges Weitverkehrsnetz – zum Beispiel LTE, Glasfaser oder auch DSL – statt, über das die PLC-Cluster mit den Backendsystemen der Energieversorger verbunden werden.

Messen statt schätzen

Das Powerline-Netzwerk kann neben der Kommunikation auch Messwerte erheben. Dafür sind die Devolo BPL-Repeater optional mit einer Grid-Funktionalität ausgestattet. Die Geräte erfassen die aktuelle Netzspannung an dieser Stelle und senden die gemessenen Daten über die Stromleitung bis zum BPL-Headend. Von dort gelangen sie schließlich zur Leitwarte. So erhält der Netzbetreiber einen aktuellen Blick in seine Niederspannungsebene (Monitoring-Funktion), wird gewarnt, wenn ein kritischer Zustand droht (Überwachungs-/Warnfunktion) und kann rechtzeitig eingreifen (Handlungsoption). Georg Offner, Devolo