Netzausbau: Gelingt Tempoverschärfung per Aktionsplan?

Die Bundesnetzagentur hat die Trasse für eine neue Stromleitung in Mitteldeutschland festgelegt. Erstmals fand die Planung in einem vereinfachten Verfahren statt. Damit soll der Neubau von Stromleitungen schneller gehen als bisher. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat einen Aktionsplan für einen schnelleren Ausbau der Stromnetze vorgestellt.

14. August 2018

Zugleich startet der CDU-Politiker eine dreitägige Netzausbaureise, auf der er unter anderem ein Kraftwerk und eine Erdkabel-Baustelle besuchen sowie mit Anwohnern sprechen will.

 

Den Aktionsplan Stromnetz finden Sie auf der Website des Bundeswirtschaftministeriums unter (PDF, 1MB).

 

Umbau statt Neubau

 

Die neue Stromleitung in Mitteldeutschland hat eine Länge von 27 Kilometer und führt von Pulgar bei Leipzig nach Geußnitz bei Zeitz.

 

Damit die Arbeiten schneller gehen, nutzt der Stromnetzbetreiber Teile der bestehenden Infrastruktur.

 

„Wir begrüßen es sehr, dass das Unternehmen 50Hertz bestehende Masten nutzt und so die Auswirkungen auf die Umgebung möglichst gering hält“, sagt Peter Franke, Vizepräsident der Bundesnetzagentur.

 

„Dies ermöglicht das Verfahren in kurzer Zeit durchzuführen und damit einen ersten Meilenstein zur Genehmigung eines wichtigen Netzausbauprojektes zu erreichen.“

 

Lediglich geringe Anpassungen an bestehender Trasse notwendig 

 

Nach umfassender Prüfung der Bundesnetzagentur entspricht die festgelegte Trasse dem Verlauf der bereits bestehenden Leitung.

 

„Die Verstärkung wird im Wesentlichen durch eine Umbeseilung der bestehenden Masten realisiert“, so die BNetzA. Der Einsatz von neuen, leistungsfähigeren Stromseilen ist erforderlich, um den steigenden Übertragungsbedarf bewältigen zu können. 

 

Keine erheblichen Umweltauswirkungen

 

„Auch im vereinfachten Verfahren der Bundesfachplanung hat die Bundesnetzagentur eine öffentliche Antragskonferenz in Elsteraue durchgeführt und dabei Hinweise von Behörden, Vereinigungen sowie Bürgerinnen und Bürgern zu den erforderlichen Untersuchungen gesammelt“, so die BNetzA.

 

Nächster Verfahrensschritt folgt

 

Mit Abschluss der Bundesfachplanung ist der Planungsprozess noch nicht beendet. Das nun folgende Planfeststellungsverfahren dient dazu, abschließend über die Zulässigkeit der Ausbaumaßnahme zu entscheiden. Dabei ist die im Rahmen der Bundesfachplanung festgelegte Trasse bindend.

 

Auch dieser Verfahrensschritt wird auf Antrag des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz eingeleitet.

 

Die Entscheidung ist veröffentlicht unter www.netzausbau.de/vorhaben13.

 

Mehr als 5000 Kilometer erforderlich

 

Die Gesamtlänge der Leitungen, die sich aus dem Ende 2015 novellierten Bundesbedarfsplangesetz ergeben und in Bundes- und Länderzuständigkeit geplant werden, beträgt etwa 5.900 km, so die BNetzA.

 

Davon entfallen rund 3.050 km auf Maßnahmen der Netzverstärkung. Von den 5.900 km sind 600 km genehmigt und 150 km realisiert, heißt es.

 

Das bisherige Tempo beim Netzausbau hinke dem raschen Zuwachs bei der Erzeugung erneuerbaren Stroms hinterher, erklärte die Bundesnetzagentur.

 

Altmaier hatte bei seinem Amtsantritt angekündigt, den Ausbau beschleunigen zu wollen und zur Chefsache erklärt.

 

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