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GELD

Netzbetrieb: welche Kosten sind angemessen?

Wie viel dürfen die Betreiber von Strom- und Gasnetzen verdienen? Das ist immer wieder strittig. Nun ist der Konflikt erneut entbrannt.

13. Dezember 2018
(Bild: Gina Sanders/fotolia.de)

Vorige Woche hat die Bundesnetzagentur den sektoralen Produktivitätsfaktor, kurz Xgen genannt, für Stromnetzbetreiber auf 0,9 Prozent festgelegt.

Jetzt streiten sich die Interessengruppen innerhalb der Branche, ob der Wert angemessen ist.

Der Wert ist aus Sicht des BDEW deutlich zu hoch. »Warum für Stromnetze ein fast doppelt so hoher Wert festgelegt wird wie für Gasnetze, ist logisch nicht zu erklären«, so BDEW-Hauptgeschäftsführer Stephan Kapferer.

Das derzeitige Verfahren ist nach seinen Worten nicht handhabbar und führt zu willkürlichen Ergebnissen.

Rechtssicherheit gefordert

Rechtsunsicherheiten auf allen Ebenen sind die Folge, heißt es. »Es ist nachvollziehbar, dass viele Netzbetreiber diese Festlegung gerichtlich überprüfen lassen werden«, so Kapferer.

Es wäre an der Zeit, entweder eine plausible und konsistente Berechnung sicherzustellen oder den Produktivitätsfaktor ganz abzuschaffen, so der Verband in einer Mitteilung.

»Angesichts der enormen Herausforderungen, vor denen die Netzbetreiber mit Blick auf Energiewende und Digitalisierung stehen, ist ein simples ›Kostendrücken‹ durch die Regulierung fehl am Platz«, so der BDEW.

Steigende Kosten kompensieren

Nach Verbandsangaben verlange ein zu hoher Xgen von Stromnetzbetreibern, steigende Kosten für Fremdleistungen und Personal durch zusätzliche Einsparmaßnahmen zu kompensieren.

Hierdurch wird jeder engagierten Investitions- und Innovationstätigkeit die Luft abgeschnürt, heißt es.

»Weihnachtsgeschenk«

Aus Sicht des Bundesverbandes Neue Energiewirtschaft (Bne) ist der Wert von 0,9 % sehr gering und beschert Netzbetreibern ein großzügiges Weihnachtsgeschenk, wie es in einer Mitteilung des Verbandes heißt.

»Die Verteilnetzbetreiber haben neben dem Netzbetrieb den Auftrag, die Netze intelligent nach den Notwendigkeiten von erneuerbaren Energien, Speichern und flexiblen Verbrauchern aufzubauen«, so Bne-Geschäftsführer Robert Busch.

»Der gewählte Xgen gefährdet dies in keiner Weise.«

Hintergrund: der Xgen

Mit dem sektoralen Produktivitätsfaktor Xgen gibt die Bundesnetzagentur den Netzbetreibern vor, wie weit sie ihre Kosten absenken müssen.

Der Xgen soll einerseits die abweichende Preisentwicklung der Netzbetreiber von der gesamtwirtschaftlichen Preisentwicklung und andererseits die unterschiedliche Produktivitätsentwicklung zwischen den Netzbetreibern und der Gesamtwirtschaft abbilden. Je höher der Wert, umso produktiver muss das Unternehmen wirtschaften.