Neue Energiestandards für Neubauten in China

China kann mit neuen Standards den Energieverbrauch in Neubauten im Vergleich zur bisherigen Norm um bis zu 80 % senken. Das zeigt eine Studie, die die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) in Zusammenarbeit mit dem Bundesbauministerium und dem chinesischen Bauministerium (MoHURD) erstellt hat.

30. März 2011

Zentrales Ergebnis der Studie: Bei den untersuchten Gebäudetypen könnte die meiste Energie durch den Einbau von Lüftungs- und Sonnenschutzsystemen eingespart werden. Weitere wichtige Maßnahmen sind bessere Standards für Gebäudedämmung und der Einbau von effizienter Heiz- und Kühltechnik. Die in der Studie definierten Effizienzstandards orientieren sich an den Klimazonen Peking und Schanghai sowie an den Gebäudetypen Wohnhaus und Bürohaus. Die von der dena vorgeschlagenen Standards geben einen Energieverbrauch vor, der zwischen 40 und 80 % unter dem chinesischen Mindeststandard liegt. Damit habe man realistische Zielvorgaben erstellt, die dazu beitragen sollen, die chinesischen Energie- und Klimaschutzziele zu erreichen. Gleichzeitig könnten die neuen Standards als Bewertungsskala für ein Zertifizierungsverfahren der energetischen Gebäudequalität im chinesischen Markt genutzt werden.

»China verfügt im Bausektor über eine große Energiequelle: Energieeffizienz«, so Stephan Kohler, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung, bei der Übergabe der Studie an den chinesischen Vize-Bauminister Qiu Baoxing. »Angesichts des anhaltenden Baubooms sind die Einsparpotenziale enorm. Weniger Energieverbrauch bedeutet mehr Versorgungssicherheit, mehr Liquidität, mehr Innovation, mehr Komfort und auch mehr Klimaschutz. Gleichzeitig trägt Energieeffizienz auch zu dauerhaft bezahlbaren Wohnkosten für breite Bevölkerungsschichten bei«, so Kohler weiter.