Neue Marktstudie zum Atomausstieg veröffentlicht

Nur der Ausstieg aus der Kernenergie bis 2020 ermöglicht den notwendigen und schnellen Umbau zu einem flexibleren und effizienten Kraftwerkspark. Längere Laufzeiten würden dagegen den Ausbau der erneuerbaren Energien gefährden. Das ist das Ergebnis einer Marktstudie, die der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) bei der Unternehmensberatung enervis in Auftrag gegeben hat.

12. Mai 2011

Die Marktstudie untersuche die Effekte eines Ausstiegs aus der Kernenergie bis 2020 auf den Erzeugungsmarkt. Sie betrachte dabei zwei unterschiedliche Szenarios: den Ausstieg aus der Kernenergie bis 2020 und den langsamen Ausstieg. Beim schleppenden Ausstiegsszenario nahm man an, dass die sieben vom Moratorium betroffenen Meiler nicht wieder ans Netz gehen und die Laufzeiten der ›neueren‹ Meiler denen aus dem Energiekonzept 2010 entsprechen. Im ›schnellen‹ Ausstiegsszenario werden neue Kraftwerke – vor allem Gaskraftwerke – gebaut und gleichen im Wettbewerb die Abschaltung der Kernkraftwerke aus. Das langsame Szenario zeigt ein anderes Bild: Hier werden bis 2020 kaum Kraftwerke hinzugebaut, notwendige Modernisierungen bleiben aus.

Die Studie zeige, dass »längere Kernkraftwerkslaufzeiten den dringend erforderlichen Umbau des Energiesystems hin zu dezentraleren Strukturen lähmen«, so VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck. »Nur ein rascher Verzicht auf die Energienutzung aus Kernkraftwerken und eine Modernisierung des fossilen Kraftwerkspark zieht eine zeitnahe und nachhaltige Effizienzsteigerung und mehr Wettbewerb nach sich«. Zudem sei der Umbau machbar, ohne den Wirtschaftsstandort Deutschland zu gefährden, so Reck. »Die Energiepreise würden durch die Angebotsverknappung aufgrund des schnellen Ausstiegs und steigender Brennstoff- und CO2-Preise vorübergehend klettern, aber nur moderat.« Dieser Preisanstieg könne allerdings durch eine gemeinsame Kraftanstrengung beim Energiesparen, auch durch die Verbraucher selber, deutlich abgemildert werden.