Neuer Gasangebotsmix in Großbritannien

Markt-News

In den letzten drei Jahren hat sich die Zusammensetzung des Gasangebotes auf dem britischen Gasmarkt stark verändert, was auch die Preisstruktur zwischen den Forwardkontrakten beeinflußt hat.

24. August 2011

Traditionell wurde der Gasmarkt durch das Muster geprägt, Gas im Sommer zu speichern, um es im Winter wieder auszuspeisen. Darüber hinaus trugen die britischen Gasfelder mit einem relativ hohem ›Grundlastangebot‹ an Gas zur Bedarfsdeckung bei. Mittlerweile ist das Angebot an ›flexiblem‹ Gas durch das Aufkommen an Flüssiggas (LNG) deutlich gestiegen. Dies hat erstens eine Prognose der Angebotslage erschwert. Während die Flüssiggaslieferungen nach Großbritannien im Frühjahr 2010 unerwartet eingebrochen waren, übertrafen die LNG-Lieferungen in diesem Jahr die Erwartungen. Im Gegensatz zu den traditionellen Gasspeichern ist LNG zudem ein weltweit gehandelter Brennstoff, um den selbst innerhalb Nordwest-Europas neben Großbritannien nun auch Frankreich, Belgien und die Niederlande konkurrieren. Zweitens ergänzt LNG mehr und mehr die Flexibilitätsfunktion der Gasspeicher. So wurden mittelfristige Gasspeicher in diesem Jahr weniger zum Ausgleich temporärer Über- oder Underdeckung des Markets eingesetzt. Ein Anstieg der Angebotsflexibilität führte zu einem Abflachen der Struktur in der Gas-Forwardkurve: In den ersten drei Monaten des Jahres handelte der Winter 11/12-Kontrakt gerade einmal 15% über dem Forwardkontrakt für den Sommer 2011. Im Vergleich dazu erreichte der Preisaufschlag des Winterkontraktes 10/11 auf den Sommerkontrakt 2010 55%.

Erschienen in Ausgabe: 07/2011